PK THEATER IN DER JOSEFSTADT: FÖTTINGER

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Kultur
09/22/2021

Föttinger: "Mit einer Verringerung der Auslastung ist zu rechnen"

Welche Folgen wird die 2-G-Regelung, ab 1. Oktober in Wien geplant, haben? Der Direktor des Josefstädter Theaters ist skeptisch

von Thomas Trenkler

Ab 1. Oktober soll für Veranstaltungen in Wien mit mehr als 500 Personen 2-G gelten. Das heißt: Man kann eine Theater- oder Opernvorstellung nur geimpft oder genesen besuchen. Was bedeutet das - abgesehen von einem Mehraufwand, weil Karten storniert werrden wird? Der KURIER fragte in Theaterhäusern nach: Wird die Regelung die Menschen motivieren, sich impfen zu lassen, weil man dann ins Theater oder in die Oper gehen kann? Oder könnte es sein, dass die Impfunwilligen dann eben auf das Theater oder die Oper verzichten?

Christian Kircher, Geschäftsführer der Bundestheater (Staats- und Volksoper, Burg- mit Akademietheater), meint: "Wir haben Hoffnung, dass diese Regelung zur Impfung motiviert. Eine Schließung oder ein Lockdown ist für alle Veranstalter die schlechteste Option, daher wollen wir für größtmögliche Sicherheit sorgen. Für eine Einschätzung zum Besucherverhalten ist es derzeit noch zu früh. Ungeimpfte müssen auf einen Besuch verzichten, im Gegenzug besteht die Möglichkeit, dass sich anderere Besucher mit dieser Regelung sicherer fühlen - und dadurch einen Besuch eher in Erwägung ziehen."

Bundestheater Holding Geschäftsführer Christian Kircher

Herbert Föttinger, Direktor des Theaters in der Josefstadt, meint: "Nach den langen Monaten der Pandemie versteht man natürlich, weshalb die Verschärfung der Maßnahmen in Wien auf eine 2G-Regel stattfindet. Demokratiepolitisch wird diese Verschärfung wohl zu einer noch größeren Polarisierung innerhalb der Gesellschaft führen, die Solidarität, die wir am Anfang der Pandemie verspürt haben, ist ja längst passé. Ob dieser ,Anreiz' sich impfen zu lassen zu einer höheren Impfquote oder vielleicht doch zu einer noch größeren Starrsinnigkeit der Impfgegner führt, wird zu beobachten sein. Das Theater hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es ein sicherer Ort ist, dass man als Zuschauer:in keiner erhöhten Gefahr ausgesetzt ist. 2G wird diese Sicherheit im Theater eventuell noch etwas erhöhen, mit einer Verringerung der Auslastung ist dennoch zu rechnen."

Staatsoperndirektor Bogdan Roscic rekapituliert die ersten zwei Wochen der neuen Saison: "Man kann bisher aber beobachten, dass die Auslastung stärker schwankt als an der Staatsoper vor der Pandemie üblich. An sieben Abenden waren wir bei über 90% Auslastung, an einigen ausverkauft. An anderen Abenden sind dagegen Karten in unterschiedlichen Preiskategorien verfügbar. Erfreulich ist, dass bei Kartenkäufen für diesen September deutlich mehr heimische Besucher gekauft haben als vor der Corona-Krise. Dies kompensiert aber nicht das Ausbleiben großer Teile des internationalen Publikums sowie eine gewisse Verunsicherung bei einem Teil des heimischen Publikums.“

Kay Voges, der Direktor des Volkstheaters, war zu keiner Stellungnahme zu bewegen. Sein Haus gibt auch keine Besucher- oder Auslastungszahlen bekannt. Selbst bei den bisherigen Premieren war das Volkstheater schlecht besucht.

Franz Patay, Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien, gab gegenüber dem KURIER eine 80-prozentige Auslastung beim Musical "Cats" bekannt. Er bekennt sich zur 2-G-Regelung: "Es ist Ziel der Stadt Wien und natürlich in unser aller Sinn, die Zahlen der Patienten auf den Intensivstationen zu reduzieren und einer Überlastung der Krankenhäuser sowie der weiteren Ausbreitung der Pandemie entgegenzuwirken."

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