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Angekettet im Keller den Drogenrausch ausnüchtern: „Good Boy“

Ambivalenter Psychothriller um einen Burschen, der im Keller eines Einfamilienhauses umerzogen werden soll: „Good Boy“.
Ein Mann in einem karierten Hemd stößt mit einem jungen, an einer Kette gefesselten Mann auf einem Bett an.

Tommy ist ein britischer Influencer der grausamen Art. Zugedröhnt tobt er fluchend durch die Straßen Londons, boxt sich zu dröhnendem Techno durch die Clubszene, pinkelt in die U-Bahn und bedroht kleine Kinder. Seine „Heldentaten“ dokumentiert er in Videoclips und lässt sich für seine radikalen Exzesse in den sozialen Medien feiern. Als er eines Tages aus seinem Drogenrausch erwacht, findet er sich im Keller eines Hauses – mit einer schweren Kette um den Hals. Ein auf den ersten Blick braver Familienvater hat ihn entführt und will ihn zu einem besseren Menschen erziehen.

Der polnische Regisseur Jan Komasa („The Change“) gefällt sich in der Rolle des krassen Geschichtenerzählers. Nachdem er mit wilder Handkamera hinter Tommy durchs Londoner Nachtleben gejagt ist, verdichtet er im Kellergeschoss des einsamen Eigenheims ein brutal-düsteres Familiendrama zu einer schwarzhumorigen Sittenkomödie. Tommy lebt zwar angeleint wie ein Hund, darf aber bei guter Führung am Familienleben teilnehmen. Provokanter Psychothriller mit ambivalenter Message. 

INFO: PL/GB 2025. 110 Min. Von Jan Komasa. Mit Anson Boon, Stephen Graham, Andrea Riseborough.

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