Die Sieger beim Junge-Kunst-Casting

Essl Museum…
Foto: /cedrickaub, Wien/Essl Museum Malen mit allen Sinnen: Cäcilia Falk macht eine "unmittelbare, augenblickliche Malerei", wie sie es nennt

"Die Zukunft der Malerei – eine Perspektive" im Essl Museum stellt 23 Newcomer ins Schaufenster.

Ausgeschrieben war junge Kunst mit Focus auf Malerei und Grafik. Am Ende schafften es von 756 Bewerbern 23 "Emerging Artists", also aufstrebende Künstler, ins Essl Museum nach Klosterneuburg: Für "Die Zukunft der Malerei – eine Perspektive" (bis 8. 2.) wurden 46 Künstler in ihren Ateliers zwischen Vorarlberg und Wien bis ins Südburgenland besucht.

Kurator Günther Oberhollenzer sagt, er und sein Team hätten daraus einen Film machen können: "Die Ateliers der Österreicher".

"Die Malerei ist nicht tot". Sie riecht nicht einmal seltsam, um einen populären Sager von Frank Zappa über den Jazz zu bemühen.

Vertreten sind in der Schau gebürtige Österreicher ebenso wie Migranten, etwa Adel Dauood, ein Flüchtling aus Syrien, der sich in seinen atmosphärisch dichten Bildern mit Krieg und Gewalt, mit Schmerz und Tod in seiner Heimat auseinandersetzt.

Die Kunst der 23 Newcomer

Adel Dauood, O.T., 2014, 
Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 150 x 150 cm,
Foto: Uarl Dworschau, Kleine Galerie, Wien, © Adel Dauood Alfons Pressnitz, Stranded, 2014, 
Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 150 x 140 cm,
Foto & © Alfons Pressnitz Alfredo Barsuglia, Escap[ad]e, 2010, 
Multimediale Installation / Multimedia Installation, 250 x 500 x 250 cm,
Foto: Alfredo Barsuglia, © Bildrecht Wien, 2014 Bianca Maria Samer, Leichenprozession, 2013,
Acryl auf Leinwand / Acrylic on canvas, 100 x 70 cm ,
Foto & © Bianca Maria Samer Cäcilia Falk, Die innere Sicherheit, 2013, 
Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 140 x 180 cm,
Foto: Johannes Fritsch, © Cäcilia Falk Christiane Wratschko, Single, 2013, 
Acryl auf Leinwand / acrylic on canvas, 120 x 140 cm,
Foto: Gerhard Wratschko, © Christiane Wratschko Eric Kressnig, Lichten, 2013, 
Acryl, Messing, Seekiefer / Acrylic, brass, pine Installation aus 5 Elementen / installation of 5 pieces, 104 x 104 x 52 cm,
Foto: Eric Kressnig, © Bildrecht Wien, 2014 Ines Agostinelli, Ohne Titel, 2014, 
Graphit und Acryl auf Leinwand / Graphite and acrylic on canvas (4-teilig / 4 pieces), 520 x 150 x 4 cm,
Foto und/and © Ines Agostinelli Irina Georgieva, Dazed and Confused, 2013, 
Tusche auf Papier / Indian ink on paper, 100 x 70 cm,
Foto & © Irina Georgieva Isabella Langer, o.T., 2012, 
Eitempera auf Molino / Egg tempera on molino, 220 x 150 cm,
Foto: Pez Hejduk, © Isabella Langer Larissa Leverenz, Sprung I, 2014, 
Zeichnung, Collage auf Pappelholz / Drawing, collage on poplar, 80 x 120 cm,
Foto: Peter Hoiss, © Larissa Leverenz Lena Göbel, Enthusiasmo, 2014, 
Holzschnitt; Öl, Lack, Papier auf Leinwand / woodcut; oil, lacquer, paper on canvas, 200 x 150 cm,
Foto & © Lena Göbel Leo Mayer, Krieau, 2009-2011, 
Öl auf Leinwand, 150 x 180 cm,
Foto und ©: Leo Mayer Martin Veigl, urban theatre, 2014, 
Öl auf Baumwolle / Oil on cotton, 175 x 140 cm,
Foto & © Martin Veigl Matthias Lautner, The Hunt (Nr.1), 2014, 
Öl und Acryl auf Leinwand / Oil and acrylic on canvas, 100 x 120 cm,
Foto: Christof Aigner © Bäckerstraße 4 Patrick Roman Scherer, O.T. , 2013-2014, (Detail) 
Bleistift auf Papier / Pencil on paper, 100 x 245 cm, diverse Höhen / diverse heights,
Foto und/and © Patrick Roman Scherer Peter Nachtigall, Intermediate, 2014, 
Installation (1584 Bilder: Acryl oder Öl auf Baumwolle), gesamt ca. 500 x 700 cm,
Foto und/and © Peter Nachtigall Robert Muntean, The Austrian Painter, 2014, 
Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 240 x 200 cm,
Foto: Fabio Speranza, © Robert Muntean Suse Krawagna, Ohne Titel, 2014, 
Acryl, Filzstift, Bleistift auf Leinwand / acrylic, felt pen and pencil on canvas, 200 x 160 cm,
Foto: Michael Goldgruber, © Suse Krawagna Thomas Riess, flying blur II, 2010, 
Acryl auf Leinwand / Acrylic on canvas, 150 x 110 cm,
Foto: Renate Egger, © Thomas Riess Vika Prokopaviciute Table, 2014, 
Öl und Ölkreide auf Leinwand / Oil and oil crayon on canvas, 180 x 200 cm,
Foto und ©: Vika Prokopaviciute Victoria Vinogradova, Revelation, 2013, 
Bleistift und Lack auf Papier (aus 12-teiliger Serie) / Pencil and lacquer on paper (from a 12-part series), 29,9 x 21 cm,
Foto und/and © Victoria Vinogradova marshall!yeti, ohne Titel, 2014, 
Mischtechnik auf Polaroidfoto / Mixed media on polaroid photograph, 10,8 x 8,6 cm,
Foto & © Gerald Plattner

Malerei mit Zukunft

"Wir hätten ohne Weiteres sogar zwei Ausstellungen hinbekommen", sagt Günther Oberhollenzer.

"Ich glaube, dass alles, was wir hier zeigen, noch absolut Relevanz in der heutigen Zeit hat. Auch gibt es in einer Zeit der Bilderflut, die uns erschlägt, bei vielen Menschen wieder die Sehnsucht nach dem klassischen Tafelbild, das für sich in Anspruch nimmt, über den Moment hinaus zu wirken."

In der Schau vertreten ist u. a. Lena Göbel: Sie hantiert mit großformatigen Baumstämmen und fertigt daraus Holzschnitte, die in ihrer archaischen Bildsprache zeitlos erscheinen. Peter Nachtigall hat ein Archiv von mehreren Tausend gemalten Bildern angelegt und dadurch die Malerei als künstlerisches Medium, als Bildträger, aber auch als Objekt thematisiert.

Alltagsszenen

Martin Veigl, Jahrgang 1988, beschreibt malerisch die großstädtische Lebenssituation der Menschen. Mit fotografischem Blick, ausschnitthaft, schnappschussartig, emotionslos, fängt er ihre hektische Mobilität ein und hält das rege Treiben für einen Augenblick an.

Bianca Maria Samers ausdrucksstarke Acrylbilder voller surrealer Symbolik mit Trauerfaltern, Kröten, Tier- und Menschenschädeln sind für sie "Seelenfotos" aus ihrem Leben mit Multipler Sklerose und Depressionen. Sie wecken Assoziationen an Frida Kahlo.

Alfons Pressnitz malt Naturlandschaften, aber nicht als verklärte Orte der Sehnsucht oder als unberührte Wildnis. Leuchtende Farben zeigen unberührte Natur und herumliegenden Müll.

Die älteste Teilnehmerin an der Ausstellung ist die Gablitzerin Christiane Wratschko, 72: Die Farbflächen erzeugen flirrende Licht- und Naturstimmungen. Neben den abstrakten Bildern sind vor allem Tiere und Menschen, aber auch Anklänge an Landschaften zu entdecken.

"Die Schau ist ein klares Statement für die traditionellen Medien Malerei und Grafik", so Oberhollenzer. "Es hat sich gezeigt, dass Entdeckungen in der noch nicht stark in der Szene etablierten Kunst möglich und lohnend sind."

Link: www.essl.museum

(kurier) Erstellt am
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