Kostas Smoriginas als Escamillo (M.) spielt am Dienstag (27.03.12) im Grossen Festspielhaus in Salzburg bei der Fotoprobe zu "Carmen" von Georges Bizet (1838-1875). Die Oper unter der Regie von Aletta Collins feiert am Samstag (31.03.12) im Rahmen der Salzburger Osterfestspiele Premiere. Foto: Kerstin Joensson/dapd

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Salzburger Osterfestspiele
03/15/2013

Erste Osterfestspiele ohne Berliner Philharmoniker

"Karajans Festival", die Salzburger Osterfestspiele, startet am 23. März mit Wagners "Parsifal".

Nach dem Wirtschaftsskandal der Jahre 2009 und 2010 sowie dem Eklat mit den Berliner Philharmonikern 2011 könnte bei den Salzburger Osterfestspielen ab 2013 eine neue Ära anbrechen. Erstmals seit der Festival-Gründung 1967 durch Herbert von Karajan wird das hochpreisige Klassikfestival nicht von den Berliner Philharmonikern, sondern von der Sächsischen Staatskapelle Dresden bestritten. Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele ist Christian Thielemann, Chefdirigent der Dresdner.
Der Startschuss fällt mit Richard Wagners "Parsifal" am Samstag, dem 23. März. Michael Schulz wird diese Koproduktion der Semperoper Dresden und der Salzburger Osterfestspiele im Großen Festspielhaus in Szene setzten. In den Rollen sind Wolfgang Koch, Johan Botha, Milcho Borovinov, Stephen Milling und Michaela Schuster zu erleben. Die Aufführung wird am 1. April wiederholt.

Eine Oper und drei Konzerte

Geblieben ist das Grundkonzept, mit zwei Durchgängen von je einer Oper plus drei Konzerten. Neu ist hingegen ein "Konzert für Salzburg", das Intendant Peter Alward und Christian Thielemann als spezielles Angebot an das Salzburger Publikum verstanden wissen wollen. Ein weiteres Signal der Erneuerung setzten die Osterfestspiele in Sachen Kartenpreise - die wurden um durchschnittlich 6,5 Prozent reduziert. Die teuerste Opernkarte kostet 2013 "nur" noch 490 Euro (2012: 510 Euro). Die Eintrittskarten für das "Konzert für Salzburg" im Großen Festspielhaus sind aber tatsächlich günstig, sie kosten von zehn bis 70 Euro. "Die Preisgestaltung der Osterfestspiele hat uns ein negatives Image als elitäres Hochpreisfestival eingebracht", erläuterte Alward. Diese "mentale Kluft" soll jetzt verringert und überbrückt werden.

Programm

Im "Konzert für Salzburg" werden an einem Abend gleich zwei Dirigenten, nämlich Thielemann selbst sowie der erste Gastdirigent der Dresdner, Myung-Whun Chung. Gegeben werden Ouvertüren und Auszüge der beiden Geburtstagskinder Richard Wagner und Giuseppe Verdi, nämlich aus "Tannhäuser", "Lohengrin" und "Tristan" (mit Thielemann), beziehungsweise "Traviata", "Otello", "Don Carlo" und "Macht des Schicksals" (mit Chung).
In den drei regulären Doppelkonzerten wird heuer die "Freischütz"-Ouvertüre zu hören sein, dazu kommen Gustav Mahlers 1. Symphonie, das "Deutsche Requiem", und die vierte Symphonie von Brahms, zwei Klavierkonzerte von Beethoven mit Evgeny Kissin und Yefim Bronfman sowie eine Uraufführung von Hans Werner Henze. Zwei der drei je zweimal aufgeführten Konzertprogramme wird Thielemann dirigieren. Im ebenfalls zweimal angebotenen Kammerkonzert stehen Werke von Hans Werner Henze und Johannes Brahms auf dem Programm.

Das Gesamtbudget der Osterfestspiele beträgt fünf Mio. Euro. Die öffentliche Hand bezahlt 450.000 Euro und trägt eventuelle Ausfälle bis zu einer Million. Außer für die "Parsifal"-Premiere gibt es für alle Vorstellungen noch Karten, wenn auch nicht in allen Preislagen.

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