Erfolg bei der Suche nach da Vinci-Fresko

EPAepa03142418 A handout picture released by National Geographic on 12 March 2012 shows  experts carrying out research on a wall in Florences Palazzo Vecchio. The discovery of black paint similar to that used in the Mona Lisa has spurred fresh hope that L
Foto: EPA

Im Palazzo Vecchio in Florenz wurden Farbpigmente gefunden, die mit denen der Mona Lisa übereinstimmen.

Auf der Suche nach Leonardo da Vincis seit 500 Jahren verschollenem Fresko "Die Schlacht von Anghiari" (1505), die 1603 Peter Paul Rubens in Teilen kopiert hat, ist italienischen Kunsthistorikern ein Durchbruch gelungen. Im Palazzo Vecchio, dem Rathaus von Florenz, wird das Bild hinter einer geheim eingezogenen Wand vermutet. Farbpigmente geben den Forschern recht, sie stimmen mit Leonardos zur gleichen Zeit gemalter Mona Lisa ziemlich genau überein.

Nach Ansicht der Forscher um den italienischen Kunsthistoriker und Messtechniker Maurizio Seracini, die seit vielen Jahren nach dem Bild suchen, befindet sich das 4 x 6,5 Meter große Gemälde hinter einem Werk von Giorgio Vasari, der von den Medici aus politischen Gründen damit beauftragt wurde, die Schlacht gegen die Mailänder zu übermalen. Denn die Medici waren damals mit Mailand verbündet. Aus Respekt vor dem Genie Leonardos dürfte Vasari das Bild im "Saal der Fünfhundert" aber 1563 heimlich zugemauert haben.

Rivale Michelangelo

Leonardo da Vinci wollte keine Gewalt-Verherrlichungen malen, weil er den Krieg hasste. Aber er fühlte sich von seinem Rivalen Michelangelo herausgefordert. Und Machiavelli hatte ihm den Auftrag verschafft. So wählte er als Thema eine Episode des Sieges der Florentiner über die Mailänder, nahe einer Brücke bei Anghiari im oberen Tibertal. Der 20 Jahre jüngere Michelangelo bemalte eine andere Wand des neuen Ratssaals und entschied sich für die Schlacht bei Cascia.

Bereits die Entwürfe der Schlachtenbilder galten 1505 als großartige Meisterwerke. Leonardo und Michelangelo wurden gleichzeitig ausgestellt. Ihre Entwürfe dienten den damaligen Studenten als Modell und Beispiel. Dem jungen Raffael ebenso wie hundert Jahre später Rubens.

Jetzt bohren Seracinis Forscher vorsichtig durch das Vasari-Gemälde. Es gebe diverse Beweise, "dass wir an der richtigen Stelle suchen", sagt Seracini. Andere Forscher kritisieren seine Methode vehement: Hunderte Kunsthistoriker haben eine Petition gegen Seracinis Untersuchungen unterzeichnet. Sie befürchten, dass die Bohrungen das Vasari-Gemälde zerstören könnten.

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(kurier) Erstellt am
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