Die künftige Nutzung ist noch offen: das ehemalige Theater im renovierten Künstlerhaus

© Werner Rosenberger

Kulturpolitik
12/16/2019

Entscheidung gefallen: Sicher kein Brut mehr im Künstlerhaus

Die Stadt finanziert die Sanierung des Theaters nicht, die künftige Nutzung ist laut Hans Peter Haselsteiner offen.

von Thomas Trenkler

Um eine eindeutige Aussage zum Brut, einer Spielstätte für die freie Performance- und Tanzszene, im Künstlerhaus hat sich Veronica Kaup-Hasler, die Wiener Kulturstadträtin, bisher gedrückt. Nun aber ist klar: Die Stadt finanziert die Sanierung des Theaters nicht.

Bekanntlich lässt Hans Peter Haselsteiner das Haus der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler auf eigenen Kosten renovieren; es wird ab dem nächsten Frühjahr u. a. die Dependance „Albertina modern“ beherbergen. Nach dem Umbau hätte auch das derzeit vazierende Brut wieder einziehen sollen. Doch aufgrund verschärfter baubehördlicher Auflagen wären Kosten von fünf Millionen Euro angefallen. Die von Haselsteiners Unternehmen Strabag vorgelegte Schätzung sei, so bestätigen Involvierte, plausibel gewesen.

Kaup-Hasler wollte jedoch nur 800.000 Euro lockermachen. Und das war Haselsteiner eindeutig zu wenig. Im Gespräch mit dem KURIER sagt er: „Das Brut ist durchaus ein Format, das ins Künstlerhaus passt – aber nicht um den Preis, dass ich die gesamte Renovierung bezahle. Es kehrt daher nicht wieder, das ist sicher.“

Ob nun Albertina-Direktor Klaus A. Schröder frohlocken darf, dessen Appetit unersättlich scheint? Haselsteiner sagt, dass es auch andere Ideen gebe: Der Französische Saal des Künstlerhauses könnte z.B. auch vom benachbarten Musikverein genutzt werden. Stephan Pauly, Intendant ab dem Sommer 2020, plant szenische Produktionen. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, sagt Haselsteiner: „Ich habe es nicht eilig.“

Von der Szene wurde der Unternehmer mehr oder weniger als der Feind des Brut dargestellt; Haselsteiner versichert jedoch, dem Koproduktionshaus auch künftig unter die Arme greifen zu wollen. Denn die Miete am Rande des Augartens sei, wie ihm die Kulturstadträtin gesagt habe, höher als im Künstlerhaus: „Ich werde die Differenz begleichen.“

Der für den Augarten (und damit für das ehemalige Ambrosi-Atelier) zuständige Burghauptmann Reinhold Sahl bestätigt, dass es Verhandlungen mit zwei Interessenten gebe. Das Areal sei groß genug für beide, ein Mietpreis noch nicht fixiert.