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Kultur
09/19/2013

Empörung über neue Steuerregelungen für bildende Künstler

Teure Arbeitsmaterialien sind künftig nur mehr bei Verkauf des Kunstwerks absetzbar. Die SPÖ fordert eine Evaluierung. Mehrere Künstler brachten eine Beschwerde bei Finanzministerin Fekter ein.

Für heftige Kritik sorgt eine Änderung im Einkommenssteuergesetz bei bildenden Künstlern in Österreich. Demnach können Arbeitsmaterialien, die mehr als 5.000 Euro kosten, nur noch dann von der Steuer abgesetzt werden, wenn das Kunstwerk auch verkauft wurde. Für Künstler mit hohen Anschaffungskosten - etwa für große Skulpturen oder bei der Arbeit mit teuren Materialien - ist die Regelung besonders gravierend, wie ORF III in der Sendung "Kultur Heute" am Mittwochabend berichtete. Mehrere Künstler, darunter Erwin Wurm, Eva Schlegel und Brigitte Kowanz, haben nun eine schriftliche Beschwerde bei Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) eingebracht. Die SPÖ forderte am Donnerstag eine Evaluierung der Situation.

"In diesem Land wird man als Künstler wie der letzte Dreck behandelt"

Wurm erklärte in der ORF-Sendung, er habe jährliche Produktionskosten für Skulpturen von 600.000 bis 700.000 Euro. Diese würden nur zum Teil im gleichen Jahr, größtenteils erst Jahre später verkauft. Für ihn bedeute die "klamm und heimlich" umgesetzte Regelung, "entweder als Künstler aufzuhören, was nicht infrage kommt", oder ins Ausland zu gehen. "In diesem Land wird man als Künstler, Kreativer oder Freiberufler wie der letzte Dreck behandelt", so Wurm. Schlegel ergänzte, dass mit der neuen Regelung ein Experimentieren für Künstler so gut wie unmöglich gemacht werde.

Das Finanzministerium will eine Steuerlücke schließen

Das Finanzministerium verteidigte die Gesetzesänderung dagegen laut dem Bericht mit einem Verweis auf "gezieltes Ausnützen" der "Steuerlücke" in der Vergangenheit. Die SPÖ-Staatssekretäre Josef Ostermayer und Andreas Schieder vermeldeten allerdings in einer Aussendung, es sei nicht im Interesse Österreichs, bildenden Künstlern das Schaffen von Kunstwerken zu erschweren oder gar zu verunmöglichen. "Gegebenenfalls werden wir uns für eine Neugestaltung dieser Regelung einsetzen."

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