© Wolfgang Bohusch

Kultur
06/08/2020

Elektro-Trio Maraskino: Spießrutenlauf für Liveshow am 11. Juni

Die Wiener Band, die eine Show auf den Spuren von Drahdiwaberl liefert, trotzt der Corona-Krise

von Brigitte Schokarth

„Ich habe keine Ahnung, wie dieses Konzert unter den herrschenden Corona-Auflagen werden wird. Aber irgendwann hab ich gedacht, ich ziehe das durch, so gut es eben geht!“

Julian Hruza spricht von der Album-Release-Show seines Trios Maraskino am 11. Juni im Club dasWerk in Wien. Schon 2019 hatte er das Projekt, das Sounds verschiedenster Genres fusioniert, sie mit witzigen, lasziven Texten und einer exzessiven Bühnenshow auf den Spuren von Drahdiwaberl paart, beim Donauinselfest vorgestellt.

Am 10. Juni erscheint jetzt das Album „Happy End“. Schon im Jänner buchte Hruza deshalb den Termin für die Releaseshow im dasWerk. Dann der Lockdown. Doch deswegen sicherheitshalber gleich abzusagen, kam für Hruza und seine Mitstreiter (Bernhard Hammer von Elektro Guzzi und Drummer Christoph Sztrakati) nicht in Frage. Auch wenn die Planung der Show ein Spießrutenlauf war.

„Ein normaler Stream war uns zu langweilig. Außerdem, war damals – rund ein Monat nach dem Lockdown – schon klar, dass Lokale dann wieder offen haben werden. Da wird niemand drinnen sitzen und am Computer einen Stream schauen, weil sich alle nach dem Draußen sehnen. Also haben uns darauf vorbereitet, eine Art erweiterten Konzertfilm zu drehen. Aber dabei wussten wir dann nicht, ab wann wir was und wie drehen dürfen. Es war nicht einmal klar, ob dasWerk das überhaupt überlebt und nicht bis dahin zusperren muss.“

Kostenfrage

Jetzt wird es am 11. Juni folgendermaßen ablaufen: Maraskino sind mit Gästen wie Ankathie Koi, Lulu Schmidt und Mascha und einem Filmteam im Club, der die „Bühne“ ist. Draußen im Garten am Donaukanal haben 100 Gäste ihre Sitzplätze (mit den Regeln, die für Lokale gelten) und bekommen den Stream (auch auf Facebook unter „maraskinomusik“ zu sehen) übertragen. Auch die Musiker drinnen haben einen Videoschirm, der ihnen das Publikum draußen live zeigt, um direktes Feedback von den Fans zu bekommen.

Hruza hätte gerne auf der kleinen Open-Air Bühne, die dasWerk im Garten hat, gespielt. Die wird aber derweil nur für DJ-Sets genützt. Eine Show im Club kam aus Kostengründen nicht in Frage: „Da haben mit den gegenwärtigen Auflagen 40 Leute Platz. Wir haben 26 Early Bird Tickets verkauft. Um das finanziell stemmen zu können, hätten wir von dem Rest 70 Euro verlangen müssen, was natürlich nicht geht.“

Jetzt verläuft der Einlass so, dass nur Leute mit Early-Bird-Tickets reservierte Plätze haben. Für den Rest gilt, wer zuerst kommt, bekommt einen Platz und wird gebeten, finanziell zu geben, was ihm die Maraskino-Show wert ist. Hruza ist optimistisch, dass das gut funktionieren wird.

Schließlich hat er Maraskino mit guten Gründen geschaffen: „Seit den 70er-Jahren, in denen wir große Freiheiten hatten, ist vieles wieder konservativer geworden. Außerdem liefern so viele Musiker – auch schon vor Corona – in ihren Songs Kommentare zu einer belasteten Zeit. Zu beidem wollen wir einen Gegenentwurf bieten. Maraskino steht für Leichtigkeit, dem Entfliehen aus der oft so trüben Realität und freien Selbstausdruck, wie ihn die LGBT-Community lebt.“ Lachend setzt er hinzu: „Es gibt schließlich eine neue Generation, die Drahdiwaberl nicht kennt!“Schoki

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