© REA DJUROVIC

Gespräch
11/11/2020

Elektro-Pop-Duo Mynth: Von Unsicherheit zum Optimismus

Sängerin Giovanna erzählt, wie die Abnabelung von ihrem Zwillingsbruder Mario das Album "Shades|Mynth" beeinflusst hat

Paris, den Dünen und Tulum, der Maya-Stätte an der mexikanischen Küste, haben Mynth mit ihrem eben erschienenen Konzept-Album „Shades|Mynth“ Songs gewidmet. Trotzdem beruht das Konzept nicht auf Fernweh.

„Die Sehnsucht nach Reisen schwingt bei uns immer mit“, erklärt Giovanna Fartacek, die 2014 mit ihrem Zwillingsbruder Mario das Elektropop-Duo mit dem melancholisch-verträumten Sound gegründet hat. „Aber der Name Mynth kommt von der Farbe Mintgrün und bei diesem Album hat jeder Song eine andere Facette von Grün im Namen. Auch Paris ist eine Schattierung von Grün.“

In dem Song spielt Giovanna, die alle Texte schreibt, auf ihre persönliche Unsicherheit an, beschreibt Paris als Frau, die sie davon überzeugen könnte, dass sie so, wie sie ist, schön und gut genug ist.

„Unsicherheit war schon immer eines meiner Themen. Und diesen Song habe ich in einer Phase geschrieben, in der ich total unsicher war. Körperlich, aber auch in Bezug auf die Karriere. ,Shades|Mynth‘ ist unser drittes Album und ich hatte das Gefühl, ich muss mich dafür verändern, noch besser werden. Denn ich habe den Anspruch, dass unsere Musik nicht belanglos ist und deshalb Angst davor, mir zu sagen, du bist gut genug.“

Zusätzlich verunsichert hat Giovanna die räumliche Trennung von ihrem Bruder Mario, mit dem sie vor zehn Jahren von Salzburg in eine WG nach Wien gezogen war.

„Es war ein wichtiger Schritt der Abnabelung, weil wir davor so viel mit Mynth im Tourbus unterwegs waren und nur aufeinander klebten. Wir sind uns zwar als Zwillinge viel näher als andere Geschwister, gleichzeitig aber streiten wir viel, weil wir beide sehr impulsive Menschen sind. Aber auch wenn uns diese räumliche Trennung viele Freiheiten gegeben hat, war es anfangs für mich doch eine ungewohnte Situation, plötzlich alleine zu leben.“

Fünfzehn Minuten wohnt Giovanna von der ehemaligen WG entfernt und hat die Distanz lieben gelernt: „Mario hat jetzt in meinem ehemaligen Zimmer das Studio eingerichtet. Diese schöne Altbau-Wohnung ist unser Kreativ-Zentrum geworden. Es ist schön, jederzeit dorthin gehen zu können, aber genauso schön ist es, das Berufliche vom Privaten getrennt zu haben.“

Der Lockdown ist für Giovanna trotzdem schwierig. Sie ist gewohnt, viel zu reisen, war als Schülerin für ein Semester in Amerika und als BWL-Studentin ein halbes Jahr in Norwegen. Daher kommt die Melancholie im Sound des in dieser Zeit gegründeten Duos: „Es war Jänner und in Norwegen war es nur kalt und dunkel. Mittlerweile haben wir aber schon einen optimistischeren Sound, bieten mit ,Shades|Mynth‘ genauso traurige Momente, wie leichtere, entspannte.“

Die Sehnsucht, wieder einmal zu verreisen, vertreibt sich Giovanna mit den Erinnerungen an die Tourneen von Mynth. „Es war so toll, mit unserer Musik so weit zu kommen. Wir waren in Singapur, Kanada, New York, Malaysien und in Mexiko City.“

Nur in Tulum waren Mynth noch nicht. „Der Song beschreibt das Gefühl des heißen, tollen Sommers, den wir in Mexiko City hatten“, sagt Giovanna. „Und das ist verbunden mit dem Meer und seiner intensiven türkisen Farbe am Strand von Tulum.“

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