Eine Welt jenseits des Pinselstrichs

Svenja Deininger, Ausstellungsansicht 17, Foto: Ma…
Foto: /Markus Wörgötter Svenja Deininger, Ausstellungsansicht 17, Foto: Markus Wörgötter honorarfrei zur Aussstellung Secession

Herausragende Malerei von Svenja Deininger, Skulpturales von Angelika Loderer und Gabriel Sierra in der Secession

Wow. Es ist nicht das erste Mal, dass  dieses Erstaunen angesichts der Bilder von Svenja Deininger durch den Kopf schießt:  Die  Künstlerin, 1974 geboren, beeindruckte schon mehrmals  mit ihrer extrem präzisen Arbeit.  Es ist abstrakte Malerei, die sich aber  nicht nur  über  Formen und Farben  definiert, sondern vor allem   über Texturen und  Schichtungen; Malerei, die feine Differenzen verdichtet vor Augen führt.

Deininger hatte mehrere bemerkenswerte Ausstellungen – in der Kunsthalle Krems, in der Galerie Martin Janda, auch in den USA ist sie erfolgreich, lässt sich mitunter doch eine Nähe ihres Werks zu amerikanischen Heroen wie Ellsworth Kelly oder Frank Stella entdecken.

Svenja Deininger, Ohne Titel, Öl auf Leinwand, 201… Foto: /Markus Wörgötter Nun aber ist es – wow! –  die Secession, und –  wow! –  es sind große Formate zu sehen: Alle Arbeiten entstanden  2016 und 2017 eigens für diese Ausstellung,  die – ganz im Geist der Secession – als Gesamtkunstwerk funktioniert.

Deininger ließ den lichten großen Saal  in drei Schiffe unterteilen und zwei raumhohe Durchgänge zu den Seitenteilen schaffen. Die sich daraus ergebenden  Durchblicke und Betrachtungssituationen  korrespondieren mit den Bildern, in denen es  stets auch um  Zeigen und Verbergen, um ein  Davor und Dahinter  geht. Einige Formen sind  von der Architektur des Jugendstil-Baus  inspiriert.

Abgehoben

Reliefartig abgestufte Flächen, abgeschliffene und raue  Farb-Ebenen, transparente Übermalungen und farbig hinterlegte Leinwände – das sind nur ein paar der „Vokabeln“, mit denen Deininger das malerische Repertoire jenseits des Pinselstrichs erweitert. In der Secession beeindruckt nicht zuletzt der Einfallsreichtum, mit dem  die Künstlerin ihr Repertoire  ausspielt und Formen und Textur-Ebenen miteinander verschränkt. Die Möglichkeiten, mithilfe der Malerei Form und Raum zu schaffen, erscheinen auf einmal wieder unbegrenzt.

Angelika Loderer / honorarfrei zur AusstellungSece… Foto: /Matthias Bildstein Wenn Deininger das flächige Bild dabei an den Rand des Skulpturalen rückt, erweitern die anderen  Künstler des aktuellen Ausstellungs-Zyklus  (bis 26.3.)   die Grenzen der  Skulptur: Angelika Loderer, Trägerin des Dagmar-Chobot-Skulpturpreises, zeigt im Obergeschoß fragile Sand-Skulpturen und durch Pilzkulturen „belebte“ Objekte; Gabriel Sierra schuf im Untergeschoß Einbauten in der Art von Schaukästen, die von den Besuchern gefüllt werden wollen.  Nicht versäumen!

(KURIER) Erstellt am
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