Don Winslow

© APA/EPA/ALBERTO ESTEVEZ

Literatur
06/10/2016

Ein Punkt mitten im Satz soll cool sein

Don Winslow gehen die Ideen aus.

von Peter Pisa

Von jenem Don Winslow, der "Zeit des Zorns" und "Tage der Toten" geschrieben hat, ist im Thriller "Germany" vor allem übrig geblieben, dass der New Yorker fast jeden Satz in eine eigene Zeile stellt. Beispiel:

"Er wurde nervös, und nervöse Menschen machen Fehler.

Ich wollte ihn noch nervöser machen.

Wenn man den Bären reizen will.

Pikt man ihn."

Der Punkt mitten im Satz soll vermutlich besonders cool wirken. Der neue Held Frank Decker, Ex-Polizist und Ex-Soldat im Irak, bemüht sich ebenfalls sehr darum. Er ist sogar in der Lage, sich ein Geschoß selbst aus der Stirn zu schneiden. Ein Supermann. Das Problem an diesem Roman ist die Armut an Ideen.

Decker sucht bloß die verschwundene Ehefrau eines Freundes. Der Roman wandert zur Russenmafia und gegen Ende nach München, Berlin, Hamburg. Hoffentlich bekommt Don Winslow viel Geld von Amazon, Dolce & Gabbana für die schöne Produktplatzierung.


Don Winslow:
Germany
Übersetzt von
Conny Lösch.
Verlag
Droemer Knaur.
384 Seiten.
15,50 Euro.

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