Am Donnerstagabend versorgte Wolf Haas seine Fans mit Auszügen aus dem eben erschienen achten Brenner-Krimi "Brennerova"

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Lesung
08/29/2014

Ein Literat als Popstar: Wolf Haas im Museumsquartier

Der Krimi-Autor las zum Finale des Wiener Literaturfestivals O-Töne vor 2.500 Zuschauern.

100.000 Stück beträgt die Startauflage vom neuen Brenner-Roman. Ein Teil davon wurde bereits am Donnerstag im Haupthof des Wiener Museumsquartiers verkauft, als am Vorabend des ersten offiziellen Verkaufstages Wolf Haas mit der ersten Lesung aus seinem neuen Buch die O-Töne-Reihe beendete.

Wie immer bei Haas-Auftritten waren die Zuhörerreihen dicht gefüllt. Laut Angaben des Veranstalters hatten sich 2.500 Besucher eingefunden. Man rechnet in der Gesamtbilanz des Festivals mit einem rekordverdächtigen Publikumszuspruch.

Der 53-Jährige bewies nicht nur seine Entertainerqualitäten, sondern auch sein Gedächtnis. Auch wenn die auswendig rezitierten Passagen diesmal nicht aus seinem neuen Brenner-Roman stammten, sondern aus dem Kinderbuch "Die Gans im Gegenteil".

Mit Spannung erwartet wurden allerdings die Auszüge aus "Brennerova", dem achten Teil der Krimi-Reihe.

"Brennerova"

Simon Brenner ist in die Jahre gekommen. 1996 hatte er in "Auferstehung der Toten" als Mittvierziger seine literarische Geburt gefeiert, nun ist er über 60 und überlegt lange, was er in seinem Internet-Profil als Berufsbezeichnung angeben soll. Imponiert "Kriminalpolizist" die heiratswilligen Russinnen mehr, oder vielleicht "Bundesbeamter in Ruhe"? Brenner entscheidet sich für "Kriminalpolizist i. R.": "Das war die Wahrheit, aber doch mit der Hoffnung verbunden, dass die Russin die Abkürzung nicht versteht oder vielleicht sogar glaubt, es ist ein besonders hoher Rang. In Regierungsfunktion!"

Bilder von der Wolf-Haas-Lesung

LITERATURFESTIVAL O-TÖNE: HAAS

LITERATURFESTIVAL O-TÖNE: HAAS

LITERATURFESTIVAL O-TÖNE: HAAS

LITERATURFESTIVAL O-TÖNE: HAAS

LITERATURFESTIVAL O-TÖNE: HAAS

Haas1.JPG

Wolf Haas ist der Witz nicht ausgegangen. Es geht um das Wiener Rotlichtmilieu und internationalen Mädchenhandel, um Terrorismus, diplomatisches Krisenmanagement und die Auswirkung des Stockholmsyndroms in der Mongolei. Es geht um einen geheimnisvollen Tätowierer mit kulturphilosophischem Anspruch und um eine Gangsterbande namens Wu Tan Clan, die sich in ihrer Geschäftsphilosophie am babylonischen Herrscher Hammurabi orientiert: Aug um Aug, Zahn um Zahn. Was aber nicht zu Zahnausfall, sondern zu gleich vier abgehackten Händen führt, die beim kunstvollen Wieder-Annähen beinahe vertauscht werden.

Bilder vom neuen Brenner-Film "Das ewige Leben"

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.