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Kultur
05/08/2021

Eher lästig: Die Theater müssen nun doch vor dem Sommer spielen

Trenklers Tratsch: Die Wiener Bühnen dürfen ab 19. Mai vor Publikum spielen. Sie machen es - zumeist aber ohne sich zu stressen.

von Thomas Trenkler

Da sind die Wiener Bühnen ein halbes Jahr lang geschlossen. Und dann setzen sie just am gleichen Tag zwei Stücke von Thomas Bernhard an: Am 26. Mai hat im Akademietheater „Die Jagdgesellschaft“ Premiere – und Kay Voges zeigt im Volkstheater seine alte, aus Dortmund mitgebrachte Inszenierung von „Der Theatermacher“. Das hätte Thomas Bernhard sicher gefallen – für eine Suada.

Und er hätte sich mokiert. Über das Burgtheater. Denn dieses kommt naturgemäß erst ein Jahr nach der Erkenntnis, dass Aerosole für die Verbreitung des Virus verantwortlich sind, zum Entschluss, eine Klimaanlage einzubauen. Das Hauptgebäude am Ring bleibt daher geschlossen – bis zum September. Theaterferien bis Ende August sind schließlich wohlerworbene Rechte.

Das Burgtheater schafft es aber zumindest, den erstmöglichen Termin fürs Wiederaufsperren, den 19. Mai, wahrzunehmen. Im Akademietheater – mit der Premiere von „Fräulein Julie“. Am gleichen Tag findet zudem im Schauspielhaus die Uraufführung „Die Odyssee“ (Konzept, Lyrics, Songs, Regie, Bühne und Kostüme: Jakob Engel & Jan Philipp Stange) statt.

Voraufgeführte Uraufführung

Und auch das Theater in der Josefstadt startet – mit einer „Voraufführung“ (etliche Monate nach der geplanten Premiere) von „Der Bockerer“ mit Johannes Krisch. Zu den weiteren Stücken, die vor dem Sommer nicht aufgeführt, sondern nur voraufgeführt werden, gehören auch die Nicht-Uraufführung „Die Stadt der Blinden“ und die Dramatisierung des Schnitzler-Romans „Der Weg ins Freie“. In den Kammerspielen gibt es – laut APA – „Einblicke“ in „The Parisian Woman“ und „Die Dreigroschenoper“. Die „tatsächlichen Premieren“ sollen erst im Herbst stattfinden. 

Die meisten anderen Häuser lassen sich noch ein wenig Zeit mit dem Erwachen. Die Vereinigten Bühnen Wien starten erst ab 26. Mai im Ronacher mit der Wiederaufnahme von „Cats“. Und man spielt auch nur einen Monat lang – bis zum 27. Juni. Dann beginnt die wohlverdiente „Sommerpause“.

Auch Kay Voges, der neue Volkstheaterdirektor, hat keinen Bock, sich voll zu stressen. Er beginnt eben am 26. Mai mit seiner Inszenierung von „Der Theatermacher“ (die Kostüme stammen von seiner Frau Mona Ulrich). Und am 2. Juni zeigt er seine alte, aus Dortmund mitgebrachte Inszenierung von Samuel Becketts „Endspiel“ (die Kostüme stammen von seiner Frau Mona Ulrich). Dazwischen, am 28. Mai, bringt er noch – als einzige Neuproduktion – seine Inszenierung von Ernst Jandls „Der Raum“. Die Kostüme stammen nicht von seiner Frau Mona Ulrich, denn bei diesem „szenischen Gedicht für Beleuchter und Tontechniker“ gibt es keine.

Gerade einmal sieben Theaterabende mit Publikum stehen im Volkstheater bis zur wohlverdienten Sommerpause auf dem Programm. Denn die Saison ist bereits mit 6. Juni, nach nicht einmal zwei Wochen, vorüber. Denn das Haus wird danach von den Wiener Festwochen als Spielstätte genutzt. Aber man hätte durchaus zwei Wochen länger spielen können: Die Wiener Festwochen haben das hoch subventionierte Volkstheater erst ab 21. Juni angemietet. Programm für die Nebenbühnen (Rote Bar, Hundsturm, Dunkelkammer) wie auch für das Volkstheater in den Bezirken wurde keines bekanntgegeben. Möglicherweise gibt es gar keines.

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