Kultur 05.12.2011

Drei Österreicher für Buchpreis nominiert

© Bild: KURIER/Wilhelm Schraml/privat

Doris Knecht, Marlene Streeruwitz und Ludwig Laher sind drei von 20 Nominierten auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.

Drei aus 20 - das ist die Quote, die österreichische Autorinnen und Autoren auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2011 erreicht haben. Unter den nominierten Titeln befinden sich das Romandebüt "Gruber geht" der in Vorarlberg geborenen und in Wien lebenden Journalistin Doris Knecht, "Verfahren" von Ludwig Laher, in dem der oberösterreichische Autor die Migrationsproblematik aus den unterschiedlichsten Perspektiven zeigt, sowie der Anfang September erscheinende neue Roman von Marlene Streeruwitz, "Die Schmerzmacherin", in dem die Angestellte einer privaten Sicherheitsfirma im Mittelpunkt steht. Die sechs Titel der Shortlist werden am 14. September veröffentlicht. Der Preis wird zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 10. Oktober vergeben.

Für heuer waren 173 Titel von 106 Verlagen eingereicht worden, mehr als je zuvor. Mit den von den sieben Jurymitgliedern zusätzlich nominierten Romanen waren insgesamt 198 Bücher gesichtet worden, die zwischen Oktober 2010 und dem 14. September 2011 erschienen sind oder noch erscheinen.

Große Bandbreite

Die knapp zweihundert Einreichungen hätten gezeigt, wie umfassend das Panorama der deutschen Gegenwartsliteratur sei, so Jurysprecherin Maike Albath: "In unserer ersten Auswahl haben wir uns bemüht, diese Bandbreite zu spiegeln, auch auf Abseitigeres zu achten und die Vielfalt der Stimmen und Erzählweisen abzubilden. (...) Vom nüchternen Protokoll über einen farbenfrohen Realismus bis zu impressionistischen Momentaufnahmen ist alles vertreten. Die Wirklichkeitsausschnitte reichen von der Frankfurter Innenstadt bis nach Schweden und in den Iran."

Etliche bekannte Autorinnen und Autoren sind nominiert. So stehen u.a. "Léon und Louise" von Alex Capus, "Wenn wir Tiere wären" von Wilhelm Genazino und "Dein Name" von Navid Kermani ebenso auf der 20 Titel umfassenden Longlist wie "Blumenberg" von Sibylle Lewitscharoff, Klaus Modicks "Sunset" oder "Sturz der Tage in die Nacht" von Antje Rávic Strubel.

Der Deutsche Buchpreis wird heuer zum siebenten Mal vergeben und hat sich - u.a. durch sein spannendes Auswahlverfahren - zu einer Literaturauszeichnung mit breiter öffentlicher Aufmerksamkeit entwickelt. Die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgeschriebene Auszeichnung ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: 25.000 Euro gehen an den Sieger, je 2.500 Euro an die übrigen fünf Finalisten.

Die bisherigen Preisträger

Die bisherigen Preisträger des Deutschen Buchpreises waren der Vorarlberger Arno Geiger für "Es geht uns gut" (2005), Katharina Hacker für "Die Habenichtse" (2006), Julia Franck für "Die Mittagsfrau" (2007), Uwe Tellkamp für "Der Turm" (2008), Kathrin Schmidt für "Du stirbst nicht" (2009). Im Vorjahr gewann die in Serbien geborene und in Zürich lebende Autorin Melinda Nadj Abonji mit ihrem beim Salzburger Verlag Jung und Jung erschienenen Roman "Tauben fliegen auf".

Deutscher Buchpreis 2011 - Die 20 Titel der Longlist

Volker Harry Altwasser: "Letzte Fischer" (Matthes und Seitz Berlin,
September 2011)
Jan Brandt: "Gegen die Welt" ( DuMont, August 2011)
Michael Buselmeier: " Wunsiedel" (Das Wunderhorn, März 2011)
Alex Capus: "Léon und Louise" ( Hanser, Februar 2011)
Wilhelm Genazino: "Wenn wir Tiere wären" ( Hanser, Juli 2011)
Navid Kermani: "Dein Name" ( Hanser, August 2011)
Esther Kinsky: "Banatsko" (Matthes und Seitz Berlin, Januar 2011)
Angelika Klüssendorf: "Das Mädchen" ( Kiepenheuer & Witsch,
August 2011)
Doris Knecht: "Gruber geht" ( Rowohlt. Berlin, März 2011)
Peter Kurzeck: "Vorabend" (Stroemfeld, März 2011)
Ludwig Laher: "Verfahren" (Haymon, Februar 2011)
Sibylle Lewitscharoff: "Blumenberg" ( Suhrkamp, September 2011)
Thomas Melle: "Sickster" ( Rowohlt. Berlin, September 2011)
Klaus Modick: "Sunset" ( Eichborn, Februar 2011)
Astrid Rosenfeld: "Adams Erbe" (Diogenes, Februar 2011)
Eugen Ruge: "In Zeiten des abnehmenden Lichts" ( Rowohlt,
September 2011)
Judith Schalansky: "Der Hals der Giraffe" ( Suhrkamp, September 2011)
Jens Steiner: "Hasenleben" (Dörlemann, Februar 2011)
Marlene Streeruwitz: "Die Schmerzmacherin" (S. Fischer,
September 2011)
Antje Rávic Strubel: "Sturz der Tage in die Nacht" (S. Fischer,
August 2011)

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Erstellt am 05.12.2011