Kultur
07.03.2013

"Krèms brûlée" lässt nichts anbrennen

Das Donaufestival in Krems präsentiert 2013 beinahe doppelt so viele Musikveranstaltungen wie im Jahr zuvor.

Nach dem letzten Jahr war mir klar, dass ich etwas ändern möchte. Also haben wir in meinem neunten Festivaljahr den Versuch gewagt, die Schraube noch etwas weiter zu drehen", so Donaufestival-Leiter Tomas Zierhofer-Kin bei der Pressekonferenz.

Neben über 70 Musikveranstaltungen wird es viele weitere Projekte und Darbietungen aus den Bereichen der multimedialen und performativen Kunst zu sehen geben, darunter an die 15 Uraufführungen.
Das Donaufestival „vergrößert“ sich dieses Jahr also, wobei es sich hier um eine invasive Erweiterung während der sechs Festivaltage handelt.
"Man müsse weg von gehypten Künstlern und deren kunstfeindlich agierenden Agenten“ argumentiert Tomas Zierhofer-Kin, was dem Programm allerdings keineswegs die Internationalität nimmt. Zudem rechne er aufgrund der Frühbuchertickets "mit einer höheren Auslastung im Vergleich zum Vorjahr".

Eine Änderung findet man aus ästhetischen und inhaltlichen Gründen auch bei den Veranstaltungszentren, so wird die "von vielen sehr gehasste" Halle 1 durch die neue Halle 3 als Veranstaltungsort ersetzt, in der u.a. ein elektronischer Late Night Club geboten wird, wo die Festivalbesucher mit Livemusik verwöhnt werden. Hinzu kommen weitere Kunsträume wie beispielsweise das Forum Frohner sowie das Museum Stein.

Transgender, Azteken und Musikrausch

Eröffnet wird dieses Jahr mit der Uraufführung „Erased Symphony“ von Carlos Amorales (MX) zusammen mit dem Klangforum Wien. Amorales‘ Arbeiten sind geprägt von Prozessen der Auslöschung.

Ein weiteres Highlight dürfte Hans Peter Litschers „Operation Otto Retter“ werden. Der Schweizer Litscher, der sich selbst als "Echosammler" bezeichnet, nahm den 2013 erstmalig zu vergebenen „ Otto Retter Award “ in Seoul zum Anlass, das bewegte Leben des Transgenderforschers zu ergründen und auszuleuchten. Der Exil-Kremser Otto Retter machte es sich zur Lebensaufgabe, die Queer- und Transsexuellenszene zu entdecken und zu fördern.

Ebenso sehenswert könnte das "3D-Rausch-Konzert" des Künstlers und bekennenden Donaufestival-Fans Peter Weibel mit dem Hotel Morphila Orchester werden (25.4. Klangraum Krems).
Medienaktivist Fran Ilich (MX) zeigt ein "Alternate Reality Game", in das auch Besucher interaktiv eingebunden werden. Ausgangspunkt bildet das im Völkerkundemuseum Wien aufbewahrte Penacho (Federkrone des Aztekenfürsten Moctezuma).

Einige weitere Highlights in Bildern: