© Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Kritik
10/01/2021

"Deutsches Requiem" an der Volksoper: Ein Tanzfest der Lebensfreude

Martin Schläpfer zeigt seine Choreografie zu „Ein Deutsches Requiem“ von Brahms an der Wiener Volksoper.

Von Silvia Kargl

Musik und Tanz stehen diesmal unter dem Zeichen von Vergänglichkeit und Tod, und sind dennoch voll Trost, Energie und Leben. Martin Schläpfers „Ein Deutsches Requiem“ zur Komposition von Johannes Brahms entstand 2011 für das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg, zählt zu den bekanntesten Werken Schläpfers und ist nun erstmals mit dem Wiener Staatsballett in der Volksoper zu sehen.

Groß dimensioniert

Auf der Bühne sind mehr als 60 Tänzerinnen und Tänzer. Die beiden bisher weitgehend getrennt wirkenden Compagnien des Wiener Staatsballetts in Staats- und Volksoper sind wie aus einem Guss vereint.

Dazu sorgen ein groß besetztes Orchester der Volksoper Wien unter der Leitung des Hausdebütanten Christoph Altstaedt, die Sopranistin Athanasia Zöhrer und der Bariton Alexandre Beuchat sowie der Chor und Zusatzchor der Volksoper für eine Aufführung, in der Tanz, Musik und Text ineinanderfließen.

Es gibt nur wenige Choreografen, die für so große Ensembles kreieren. Schläpfer zählt zu ihnen, er versteht es, neben Soli und Pas de deux auch Gruppen ins Zentrum zu stellen. Alle tanzen barfuß, mit Ausnahme der Solistin Claudine Schoch. In einer Kernszene trägt sie einen Spitzenschuh, sucht den Unterschied zum anderen Fuß auszugleichen, ein starkes Bild für die Suche nach dem eigenen Gleichgewicht.

Die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts haben sich das spezifische Tanzvokabular Schläpfers mittlerweile angeeignet, so gibt es bei ihm eine ausgeprägte Nähe zum Boden, viel Akrobatik, ausgefallene Hebefiguren und ausgefeilte Sprünge, die selbst einem Requiem spielerische Anmut gepaart mit Lebensfreude verleihen.

Neben Schoch vermögen auch Ketevan Papava und Davide Dato in weiteren Soli zu überzeugen. Dazu gibt es auf der von Florian Etti gestalteten Bühne und in Kostümen Catherine Voeffrays viele individuelle Bewegungen zu sehen, die Momente des Leidens und der Verzweiflung sowie deren Überwindung schildern.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl steigert sich während der sieben Sätze, auch dieser Aufbau einer utopisch anmutenden Gesellschaft gelingt Schläpfer eindrucksvoll.

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