2004: Wilhelm Genazino

© APA/Julian Martin

Kultur
12/14/2018

Deutscher Schriftsteller Wilhelm Genazino gestorben

Publikumserfolg mit Romanen wie „Mittelmäßiges Heimweh“, „Das Glück in glücksfernen Zeiten“ oder „Wenn wir Tiere wären“.

von Georg Leyrer

Der Schriftsteller Wilhelm Genazino („Wenn wir Tiere wären“) ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 75 Jahren nach kurzer Krankheit, wie der Carl Hanser Verlag am Freitag in München mitteilte. 2004 erhielt er den Georg-Büchner-Preis, Deutschlands renommierteste literarische Auszeichnung.

Obwohl er mit Romanen wie „Mittelmäßiges Heimweh“ (2007), „Das Glück in glücksfernen Zeiten“ (2009) oder „Wenn wir Tiere wären“ (2011) beim Publikum erfolgreich war, hatte er vor jedem Buch Versagensängste. Es ist die Angst, nicht mehr gelesen zu werden oder nicht mehr zeitgemäß zu sein. „Jede Einzelheit an mir wird 70 Jahre alt. Das ist durchaus einschüchternd“, meint Genazino einmal.

Angst war für Genazino schon immer präsent: Aus ärmlichen Verhältnissen kommend, hat er als Kind die Nachkriegszeit im zerbombten Mannheim intensiv erlebt. Diese Erschütterungen haben seine Identität mit dem skeptischen Blick auf Dinge geprägt. Er hat aber dabei nie seinen spezifischen Sinn für (Situations-)Komik und Humor verloren. Nicht umsonst war der gelernte Zeitungsredakteur Genazino auch bis 1971 bei der Satire-Zeitschrift „Pardon“ in Frankfurt. Später studierte er in der Stadt noch Germanistik.

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