Der neue Sängerknaben-Konzertsaal

Model of Musikzentrum Augarten, Vienna by archipel architects, Vienna, Austria.
Foto: Copyright: Rupert Steiner Das Modell vom neuen musikalischen Zuhause der Wiener Sängerknaben am Augartenspitz, das Ende des Jahres eröffnet werden soll.

Die Ausstellung „Momentaufnahme“ in der Postsparkasse zeigt Pläne und Architektur zum 12-Milionen-Euro-Projekt.

Die Projektphase dauerte lange acht Jahre und war für alle Beteiligten durch Proteste der Anrainer ermüdend. Aber jetzt steht der Rohbau. Und im Dezember soll der neue Konzertsaal (400 Plätze) der Wiener Sängerknaben am „Augarten-spitz“ eröffnet und ab 2013 bespielt werden.

Was einige am Montag auf dem Georg-Coch-Platz mit „Transparenz“ auf einem Transparent forderten, zeigt bei freiem Eintritt die Ausstellung „Momentaufnahme“ (bis 24. 2.) in der Österreichischen Postsparkasse: Am Boden der Kassenhalle wurde ein schematischer Plan des Augarten aufgeklebt – geradezu winzig klein wirkt die rot gekennzeichnete Fläche des künftigen neuen Gebäude-Ensembles mit seiner 12 Meter breiten und neun Meter tiefen Bühne im Vergleich zum Parkareal.

Auch ein Cafe und ein Shop werden untergebracht

In dem ersten monarchistischen Garten, der von Joseph II. der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, wird seit 1713 gestaltet, gebaut und verändert. Unter dem Arbeitstitel „voxaugarten“ entsteht nun nach Plänen von archipel architektur + kommunikation, u. a. Gestalter des Nitsch-Museums, das Musikzentrum u.a. für die Aufführung von Kinderopern und Workshops für Kinder und Jugendliche mit Fokus auf Instrumentenkunde oder Gesang.

„Der Saal wird aber auch für Kammermusik-, Sprechtheater- oder Tanzaufführungen geeignet sein“, sagt Elke Hesse, Geschäftsführerin des Konzertsaales. „Die Sängerknaben dürfen jährlich nicht mehr als 200 Konzerte singen. Und so will ich auch mit (Musik-)Schulen, Veranstaltern und Festivals zusammenarbeiten.“

Im ehemaligen Pförtnerhaus, unter Auflagen des Denkmalamts saniert, werden die Kassen, ein Cafe und ein Shop untergebracht.

Die Schau „Momentaufnahme“ vermittelt für den Architekten Johannes Kraus „städtebauliche Aspekte, die man fast spielerisch nachvollziehbar erleben kann, und zugleich bekommt man eine Vorstellung von diesem für Wien spannenden und besonderen Konzertsaal, einem ganz funktionalen, sachlichen Gebäude.“ Was in den 60er- und 70er-Jahren gewerblich genutzt war, wird jetzt öffentlicher Raum. „Man wird dann auch zum Filmarchiv durchgehen können“, so Hesse. Für den guten Ton sorgt Karl Bernd Quiring, der auch für die Akustik im Gläsernen Saal im Musikverein und im neuen Musiktheater in Linz zuständig ist.

Übrigens: Das mit rund zwölf Millionen Euro budgetierte Zuhause der Sängerknaben und Musik- und Theaterzentrum für Kinder und Jugendliche, sowie dessen Betrieb wird von der POK Pühringer Privatstifung ausschließlich privat finanziert.

 

(kurier) Erstellt am
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