Kultur
08.01.2018

Der fast vergessene Roman

"Die Königin schweigt" von Laura Freudenthaler.

Die Stille kam mit dem ersten Schicksalsschlag: Der Bruder kehrte aus dem Krieg nicht zurück. Der Bauernhof der Eltern musste verkauft werden. Der Vater brachte sich um. Der Ehemann starb bei einem Unfall ... So ging es weiter. Wie viele Tote kann man tragen, ehe man umfällt?

Aufrecht

Die Salzburgerin Laura Freudenthaler verliert kein Wort zu viel. Todesnachrichten sind ihr immer nur eine Zeile wert. Fanny ist es, der das Augenmerk gilt. Fanny – und wie sie immer auf Vater gehört hat: "Oben bleiben ist das Wichtigste."

Jetzt ist sie alt, liegt im Bett, will nicht mehr das Telefon abheben. Und reden schon gar nicht. Sie wird sich dem Vergangenen trotzdem noch einmal stellen, denn Erinnerungsfetzen schlagen sie (seltsamerweise chronologisch geordnet; ist aber eh angenehmer zu lesen).

"Die Königin schweigt" ist bereits vor Monaten erschienen. Es wäre (m)ein Fehler, dieses traurige, schöne Buch zu ignorieren. Fanny geht allen aufrecht voran.

Laura
Freudenthaler:

„Die Königin
schweigt“
Droschl Verlag.
206 Seiten.
20 Euro.

KURIER-Wertung: ****