David Duchovny als Musiker: Nur für "Akte X"-Fans ein Hit

David Duchovny als Musiker: Nur für "Akte X"-Fans ein Hit
Der Schauspielstar, der bisher drei Alben veröffentlicht hat, trat mit seiner Rockband in der Wiener Arena auf.

Unter die Fans der TV-Serien „Akte X“  und „Californication“ mischen sich einige neugierige  Musikfans. Wenn Hollywood nach St. Marx kommt, sprich Schauspieler David Duchovny  in die  Arena, reicht diese Kombination trotzdem nur für eine halb volle Halle.

Das hat gute Gründe: Duchovny ist einfach ein schlechter Sänger. Seine Stimme ist schwach, hat keinen eigenen Charakter, viele Töne trifft er nicht richtig und lange halten kann er sie schon gar nicht. 

Am besten funktioniert das bei  Songs, in denen sich der 61 an den erzählerischen Gesangsstil von Lou Reed anlehnt – speziell bei „Sweet Jane“, einem Cover des Klassikers von Reeds Band Velvet Underground, bei dessen Intro er Crowdsurfen geht. Aber das ist halt auch ein toller Songs, der den Qualitätsmangel von Duchovnys eigenen Songs noch deutlicher macht: Seine Akkordsequenzen und Melodien könnten nicht konventioneller sein. Es fehlt ihnen an Spannung und an markanten Wendungen. Da ist nichts, was im Gehör oder im Gemüt hängen bleibt.

Die Band schrammelt das mit viel Druck und Lust am Losrocken herunter, klingt aber nicht kompakt. Jeder drängt vorwärts, aber keiner hört auf den anderen, ist der Eindruck. Sie spielen mit der immer gleichen Lautstärke und Dynamik, ohne je leisere, behutsamere Passagen einzubauen - um Duchovnys stimmliche Unzulänglichkeiten zu kaschieren, ist die Vermutung. Die einzige Abwechslung ist das Tempo der Songs. Weshalb das Konzert bald langweilig wird. Schon nach 20 Minuten hat man alles gehört, was Duchovny bieten kann.

Das, was das Konzert ein bisschen rausreißt, sind Duchovnys launige Ansagen zwischen den Songs und die Stimmung, die  er und seine Freunde mit der  Leidenschaft, die sie in ihr Schülerband-Niveau legen, generieren können. Das hält aber nur die Serien-Fans bis zum Schluss in der Halle. Die Musikfans sind längst weg, als er nach eineinhalb Stunden von der Bühne geht und verspricht, wieder zu kommen. Die noch Anwesenden jubeln. Sie lieben ihn und damit seine Musik – egal wie die klingt.

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