"Das Tier in dir" im mumok: Das Museum ist kein Streichelzoo

"Das Tier in dir" im mumok: Das Museum ist kein Streichelzoo
Die Ausstellung geht der Bedeutung von Tierdarstellungen im mumok-Bestand nach.

Seit Jahrtausenden werden Tiere dazu eingesetzt, um Äcker zu pflügen, Lasten zu ziehen – und um den raren Rohstoff Aufmerksamkeit zum Sprudeln zu bringen. Medienproduzenten (das sind nicht nur jene von Katzenvideos) wissen das ebenso wie Influencer und Museumsleute.

Eine Kunstausstellung mit dem Thema „Das Tier in dir“ steht daher ein bisschen im Verdacht, sich eines todsicheren Mechanismus zu bedienen. Tatsächlich ist Cosima von Bonins blaue Plüschspinne, die nun auf der Eingangsebene des mumok empfängt, irgendwie cute (neudeutsch für „niedlich“, Anm.).

Aber sie ist eben auch grauslich: Spinnen, ebenso wie Wanzen und anderes Krabbelgetier, stören die Aufgeräumtheit der bürgerlichen Stube und laufen dem Reinheitsgebot entgegen, das sich die moderne Geisteshaltung selbst auferlegte. Wo Tiere sind, haben Rationalität und Ordnung Pause.

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