© Nina Ball

Kinderoper
10/24/2013

Frau Hullewulle und die Kinder schreiten zur Rettung des Waldes

Mira Lobes "Das Städtchen Drumherum" ist ab Samstag in der Staatsoper zu sehen.

von Katharina Baier

In der Wiener Staatsoper laufen die Vorbereitungen gerade auf Hochtouren. Am Nationalfeiertag feiert hier eine neue Kinderoper von Elisabeth Naske ihre Uraufführung. Mira Lobes „Das Städtchen Drumherum“ wurde für das Kinderopernzelt konzipiert. Es ist nach „Der Omama im Apfelbaum“ bereits das zweite Auftragswerk der Wiener Staatsoper. Zuvor hat die in Wiesbaden geborene Komponistin und Cellistin bereits Christine Nöstlingers „Die feuerrote Frederike“ für die Volksoper vertont.

Auf die Frage, wie sie denn das „Publikum von morgen“ an das Medium Oper heranführt, antwortet sie: „Das ist für mich gar kein Ansatzpunkt. Ich gehe einfach davon aus, dass ich Kinder als Kinder ernst nehme. Das ist ein Aspekt der Veranstalter, den ich natürlich verstehe. Dass man sagt, man muss Kinder fördern, damit sie später wieder zahlend in den Saal kommen. Ich möchte Kindern aber einfach Geschichten erzählen und gute Kultur bieten. Denn wenn ihnen fad ist, weißt du das sofort, und es ist dann deine Schuld und nicht die der angeblich ‚schlimmen‘ Kinder. “

Aktuell

Das Städtchen Drumherum“ wurde zwar vor über 40 Jahren geschrieben, wirkt aber aktuell wie nie zuvor. Ein Bürgermeister möchte seine Stadt vorantreiben, koste es, was es wolle. Dass für seine hochtrabenden Pläne ein Wald gerodet werden soll, der für viele Tiere Heimat, aber auch für Kinder und alte Menschen ein wichtiges Naherholungsgebiet ist, nimmt er in Kauf. Paroli bieten ihm nur seine Kinder und der Waldgeist, Frau Hullewulle.

„Mit der Umweltproblematik und der Wirtschaftskrise ist dieses Buch sehr brisant. Es erinnert uns daran, dass wir sehr schlecht mit unserer Umwelt umgehen. ,Größer, schneller, höher und weiter‘’ das ist die Devise des Bürgermeisters, aber auch die gesellschaftliche Einstellung, die uns 2008 beschert hat“, sagt Naske in Bezug auf den Beginn der Wirtschaftskrise.

„Die Geschichten, die ich erzähle, basieren meist auf Kinderbüchern. Die Musik, die ich mir dazu ausdenke, gibt dem noch eine andere Dimension. Denn die Geschichte spricht zwar den Kopf an, aber die Musik geht direkt in die Seele des Menschen.“

Dass Elisabeth Naske vorwiegend für Kinder und Jugendliche komponiert, hat sich ganz zufällig entwickelt. Zunächst hat sie am Mozarteum Violoncello studiert und sich erst spät für die Komposition zu interessieren begonnen. „Das war die Feigheit des Anfangs“, erzählt Naske lachend. „Ich habe mir gedacht, ich probiere ein kleines Stück für kleine Kinder. Da ist man vielleicht nicht so kritisch. Wobei ich diesen Gedanken jetzt im Nachhinein kritisiere, weil man muss kleinen Kindern genauso qualitätsvolle Musik bieten wie Erwachsenen. Aber ich habe gedacht, da darf ich einfach schreiben und dass hat dann ein ganzes Tor aufgemacht und ich habe schnell gemerkt, dass ich gerade das besonders gerne und auch gut mache.“

Sehr gerne würde sie auch ihr Lieblingsbuch von Mira Lobe , „Bärli Hupf“, auf die Bühne bringen. Derzeit stellt sie aber noch „Den Wunschpunsch“ von Michael Ende als abendfüllende Oper fertig.

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