Das Schöne, der Schmerz - und keine Toleranz für Kinderschänder

Nitsch Museum in Mistelbach: Demonstration am 25. März 2023
Nitsch erregt auch nach seinem Tod die Gemüter: Zur Eröffnung der neuen Jahresausstellung in Mistelbach wurde demonstriert

Die Demonstration am Samstagnachmittag in Mistelbach war zwar bereits vor dem Pakt, den Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) mit Udo Landbauer (FPÖ) schloss, angemeldet worden. Den Beobachter beschlich trotzdem ein dumpfes Gefühl, wie es kulturpolitisch in Niederösterreich weitergehen könnte.

Früher waren vor allem die Tierschützer gegen Hermann Nitsch ins Feld gezogen. Obwohl der Wiener Aktionist in seinen Inszenierungen des Orgien Mysterien Theaters immer nur Tiere verwendete, die für den Verzehr bestimmt waren - und von professionellen Fleischhauern geschlachtet wurden.

Nun unterstellte man dem Künstler, am Ostermontag des Jahres 2022 gestorben, sogar Kindesmissbrauch. "Null Toleranz für Kinderschänder!" stand mehrfach auf dem Wagen mit den Trommlern der Plattform "Stop Missbrauch", dem die Demonstrierenden durch die Straßen von Mistelbach bis zum Nitsch Museum folgten. Auf einem der Transparente stand: "Ritueller Missbrauch zerstört unsere Seelen!" Und auf einem anderen die Forderung: "Sofortige Schließung des Nitsch-Museums!"

 

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