Präsidententreffen im Sommer 2018: Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler begrüßt u. a. den portugiesischen Staatpräsidenten Marcelo Rebelo de Sousa, den Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen – und die Salzburger Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf (in Rot).

© APA/FRANZ NEUMAYR/LEO

Kultur
11/23/2021

Das Finale in der Suche nach einer neuen Helga Rabl-Stadler

Trenklers Tratsch: Am Dienstag fanden die Hearings statt. Bereits am Mittwoch könnte die neue Festspielpräsidentin fest stehen.

von Thomas Trenkler

Ioan Holender, bis 2010 Staatsoperndirektor, äußert sich gerne etwas abfällig über Helga Rabl-Stadler, die scheidende Präsidentin der Salzburger Festspiele. Für ihn blieb die vormalige Geschäftsfrau die letzten 27 Jahre über nur die Trachtenmodentante.

Erst vor zwei Wochen erinnerte er im KURIER daran, dass es sich beim Präsidentenamt früher um „eine honorige, unbezahlte Tätigkeit“ gehandelt habe. Generell sei dieses aber völlig überflüssig: Man sollte, so Holender süffisant, zwar jemanden für die Akquisition von Sponsorengeldern engagieren, „doch das entbehrliche und auch noch teuer bezahlte Präsidentenamt“ abschaffen.

Vieles lässt sich erwidern. Etwa, dass – zumindest in Österreich – alle Festivals einen Präsidenten haben. Und ja, das Amt wird gerne parteipolitisch besetzt: Im roten Wien zum Beispiel ernannte man 2005 Ex-Kunstminister Rudolf Scholten (SPÖ) zum Präsidenten der dortigen Festwochen. Natürlich: Ohne ihre lange ÖVP-Vergangenheit wäre Rabl-Stadler 1995, damals ziemlich unbeleckt in Kulturangelegenheiten, nie Präsidentin geworden.

Und ja, damals erhielt sie nur eine Aufwandsentschädigung. Aber im Gegensatz zu ihren Vorgängern ging es ihr nicht nur um Repräsentation: Sie okkupierte brachliegende Geschäftsfelder, brachte sich organisatorisch ein – und vermochte mit der Zeit alle Kritiker zu überzeugen. Okay, fast alle.

Zudem: Hätte Rabl-Stadler auf Provisionsbasis Sponsoren gekeilt, wäre sie finanziell weit besser ausgestiegen. Daher war es richtig, ihre Arbeit pauschal abzugelten. Und eine Doppelgeschäftsführung hat man bereits versucht; sie erwies sich angesichts der vielen Aufgaben, die mit der Zeit hinzukamen, als falsch. Daher gibt es eben wieder drei Personen an der Spitze der Festspiele. Und Intendant Markus Hinterhäuser war Rabl-Stadler für jeden Meet&Greet-Termin dankbar, den sie für ihn mit einem strahlenden Lächeln absolvierte.

Es ist daher vernünftig, kein neues Organigramm auszuprobieren. Sondern eine Nachfolgerin zu finden, die den Aufgaben – von der Mutter der Kompanie bis zur Edelvertreterin – gewachsen ist. Gestern fanden in Salzburg vor dem politisch besetzten Kuratorium die Hearings statt. Bereits heute, Mittwoch, könnte die Entscheidung bekannt gegeben werden.

Etliche Namen wurden in den letzten Monaten genannt. Favoritin aber blieb, wie schon am 6. August unter dem Titel „Die Festspiele bleiben eine türkis-schwarze Frauensache“ im KURIER zu lesen war, die Salzburger Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf (ÖVP). Die Frage Ihres Tratschpartners, ob sie sich für das Amt beworben hätte, ließ sie offen. Dies deutet Ihr Tratschpartner als Zeichen.

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