A musician from Daft Punk arrives wearing a helmet at the world premiere of "TRON: Legacy" in Hollywood, California, December 11, 2010. REUTERS/Danny Moloshok (UNITED STATES - Tags: ENTERTAINMENT)

© Reuters/DANNY MOLOSHOK

Neue Single
04/26/2013

Daft Punk: Auf Erfolg getrimmt

Mit ihrer neuen Single "Get Lucky" brachen Daft Punk den Rekord für den meistgestreamten Song auf Spotify. Das hat viel mit der Musik zu tun. Aber auch mit einer groß angelegten Werbekampagne.

von Karl Oberascher

Die PR-Maschine läuft seit Wochen auf Hochtouren. Schließlich werden in das neue Album „Random Access Memories“ hohe Erwartungen gesetzt. Von den Fans, weil es das erste Studioalbum der deklarierten House-Stars seit acht Jahren ist - viel mehr aber noch von der Plattenfirma "Columbia Records" (Sony). Denn seit mit "Human After All" 2005 das dritte und bislang letzte Daft Punk-Album erschienen ist, hat sich die Musikwelt gehörig verändert. Aber dazu später.

In einer durchgeplanten Werbekampagne wurde den Fans in den vergangenen Wochen Appetit auf das neue Album gemacht. Ein kleiner Teaser bei Saturday Night Life hier, ein kurzes Video beim weltbekannten Coachella-Festival da, eine Liste mit allen 13 Tracks von „Random Access Memories“ dort. Und bis das neue Album am 17. Mai veröffentlicht wird, werden die Fans mit Sicherheit mit neuen Puzzleteilen versorgt werden, die den Sound des neuen Albums ahnen lassen können.

Weltweiter Erfolg

Vorläufiger Höhepunkt der Ankündigungs-Welle war dann die Veröffentlichung der ersten Single „Get Lucky“ am 19. April auf iTunes. Die Nummer nimmt mit Unterstützung von Chic-Gitarrist Nile Rogers und Pharrell Williams Anleihen am Disco-Funk der 70er-Jahre und stieg in 46 Ländern auf Platz eins der iTunes-Charts ein – darunter Großbritannien, Frankreich und Kanada. In den USA erreichten Daft Punk Platz drei. In Österreich reichte es hingegen nicht einmal für die Top 10.

Wie der„Guardian“ berichtet, sollen Daft Punk mit ihrer aktuellen Disco-Nummer nun sogar einen neuen Rekord aufgestellt haben: Noch nie wurde eine Lied beim Streaming-Dienst Spotify an einem Tag in den USA und Großbritannien öfter angehört als „Get Lucky“. Die genauen Zahlen sind zwar nicht bekannt. Als sicher gilt jedoch, dass „Get Lucky“ den bisherigen Spitzenreiter „Thrift Shop“ des hierzulande wenig bekannten Ryan Lewis abgelöst hat.

Online-Marketing

Dass Daft-Punk ausgerechnet beim weltweit größten Streaming-Dienst so erfolgreich sind, ist kein Zufall. Schon früh hat das französische House-Duo auch auf Online-Marketing gesetzt. Im Jahr 2000 boten sie über ihre Homepage zusätzliche Gimmicks und Songs kostenlos an. Voraussetzung: User mussten sich mit einem Code im „Daft Club“ anmelden. Das war zwar nicht gratis – um an den richtigen Anmeldecode zu kommen hatte man sich zuvor das dazugehörige Album „Discovery“ kaufen müssen – ist aber mit ein Grund für die weltweite Fanbasis.

Große Erwartungen

Der Erfolg von "Get Lucky" dürfte vor allem das "Columbia Records" (Sony) zufrieden stellen. Das neue Plattenlabel von Thomas Bangalter und Guy Manuel de Homem-Christo, den Männern unter den Roboter-Helmen, lässt sich den Albumrelease ihrer neuen Künstler einiges kosten. Neben den kleinen Informationshappen wird das neue Album auch über klassische Kanäle groß beworben. Dabei scheint sich die Kampagne vor allem auf die USA zu konzentrieren.

Denn in den acht Jahren seit dem letzten offiziellen Studioalbum „Human After All“ hat sich im Land von Bruce Springsteen und den Backstreet Boys einiges getan: Die Amerikaner entdeckten die „Electronic Dance Music“ – oder kurz EDM für sich. Stars wie Tiesto und David Guetta, die in Europa seit Jahr und Tag zur (kommerziellen) DJ-Elite zählen, legen mittlerweile bevorzugt in Las Vegas auf.

Für Daft Punk waren die USA bisher ein rotes Tuch. „Discovery“, das zweite und kommerziell erfolgreichste Album der Franzosen landete in ganz Europa zumindest in den Top 10. In den USA kratzte das Album nicht einmal an den Top 30 – Platz 44 war das höchste der House-Gefühle. Jetzt schafften sie es mit „Get Lucky“ zumindest auf iTunes auf Anhieb auf Platz drei.

Mit ihrer viel bejubelten "Alive"-Tour im Jahr 2007 und dem Soundtrack zu „Tron: Legacy“ spielten sich die Franzosen in den vergangenen Jahren bereits ins Bewusstsein der Amerikaner. Ob die House-Pioniere mit ihrem neuen Album an diese Erfolge anschließen können, wird sich ab dem 17. Mai weisen. Bis dato scheint die Rechnung aufzugehen.

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