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Gespräch
02/02/2021

Christina Stürmer will Entscheidungen aus dem Bauch treffen dürfen

Im KURIER-Interview erzählt die elffache Amadeus-Gewinnern, warum sie 2020 so vieles verändert hat

Eine EP als Geschenk an die Fans zu machen, oder spontan beim Benefiz-Song mitzusingen, wäre für Christina Stürmer bisher nicht möglich oder zumindest schwierig gewesen. Um jetzt mit „Zu Hause“ sechs Songs ihres jüngsten Albums in neuen, „erdigeren“ Versionen aufzunehmen, oder beim Song „Best Of Us“ für die Wasserinitiative Viva Con Agua im Band-Aid-Stil zwei Zeilen zu singen, musste die 37-Jährige erst ihr eigenes Label gründen.

„2019 ist mein Major- Label-Vertrag ausgelaufen, und das war mir gar nicht so unrecht“, erzählt Stürmer im KURIER-Gespräch. „Denn mit einem Major-Label hätte es bei solchen Projekten Diskussionen gegeben, ob es der Plattenfirma was bringt, was sie dabei verdient und ob es vielleicht anderen mehr bringt. Aber ich muss mit solchen Aktionen nicht das große Geld machen.“

Stürmer weiter: „Ich will aus dem Bauch heraus entscheiden können, Sachen zu machen, die einfach nur Spaß machen. Ich will mich auch selbst im Proberaum filmen und das sofort online stellen können. Das freut die Fans, und es freut uns. Gerade in Social-Media-Zeiten, wo alles so schnelllebig ist, kann ich über so etwas nicht wochenlang diskutieren.“

Leicht war die Zeit des Umbruchs nicht. Stürmer hat nämlich gleichzeitig das Management gewechselt. „Ich war einerseits voller Tatendrang, etwas Neues zu machen, andererseits waren auch immer die Zweifel im Hinterkopf: ,Ich habe 17 Jahre lang eine Plattenfirma hinter mir gehabt, kann ich das überhaupt selbst machen? Und wie mache ich das?’“

Anfang 2020 hatten Stürmer und ihr Gitarrist und Lebenspartner Oliver Varga den Plan, im Dezember 2020 ein neues Album herauszubringen. „Dafür hätten wir sehr zügig alles fertigmachen müssen. Das wäre aber schwierig geworden. Wegen des Lockdowns hätten wir keine Produzenten in unser Studio holen können. Zum Glück hat mich Oliver da runtergeholt, dass ich nicht in Panik und Stress verfalle. Er hat mir gezeigt, dass wir das positiv nehmen können.“

Erstens passt ein neues Album 2022 „eh gut“, so Stürmer: „Denn dann feiere ich 20 Jahre in dem Business. Zweitens war unsere Familienplanung noch nicht abgeschlossen, und wir dachten: ,Warum noch warten?’“

Vor Ostern erwartet das Paar, das mit der viereinhalbjährigen Marina schon eine Tochter hat, das zweite Kind. Im Sommer, als es kurz möglich war, waren sie bei Christian Neander, dem Gitarristen von Selig in Berlin, um mit ihm neue Songs zu schreiben. Jetzt sammeln sie in Ruhe zu Hause Ideen, bis es wieder möglich ist, mit den Songwritern persönlich zusammenzukommen. Denn Songwriting per Zoom- Konferenz findet Stürmer „extrem mühsam“.

Musikalisch will sie mit dem nächsten Album nach den poppigen Sounds von „Überall zu Hause“ wieder zur Gitarre als Basis zurückehren. „Damals hat mir das gefallen, und ich wollte es so haben. Im Nachhinein finde ich aber, dass die Musik dadurch nicht greifbar war.“

Beim neuen Album, da ist sich Stürmer schon sicher, werden viele Gedanken über den Zustand Welt einfließen. „Das wird nicht mit der Faust aufs Auge sein. Aber die Frage, was in der Welt vorgeht, in die ich Kinder setze, die beschäftigt mich natürlich.“

Nicht beschäftigt ist die Sängerin, die 2002 als Kandidatin von „Starmania“ startete, an der heurigen Neuauflage dieser Castingshow. „Als das im Herbst bekannt wurde, sprach ich mit einem Freund darüber, dass ich da involviert sein sollte“, erklärt Stürmer. „Aber erst kurz vor Weihnachten kam eine Mail vom ORF, ob ich mir vorstellen könnte, dabei zu sein. In welcher Form stand nicht dabei. Ich habe dann aber gesehen, dass es Ende Februar beginnt und es damit für mich wegen der Geburt eh hinfällig ist.“

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