Kultur
06.11.2018

Cari Cari: Didgeridoo-Blues für Europa und die USA

Die Karriere des österrichischen Duos startete in Australien und den USA, diesen Sommer tourten die beiden durch Europa.

Ein MacDonalds in einem staubigen Kaff im australischen Outback. Cari Cari, Sängerin Stephanie Widmer und Gitarrist Alexander Köck, haben gerade in einer veganen Pizzeria vor 15 Leuten gespielt. Jetzt ist es ein Uhr früh, und die beiden wissen nicht, wohin. Der Veranstalter hat sich nicht um ihre Übernachtung gekümmert.

Das war der Tiefpunkt der Elf-Konzerte-Australien-Tour des österreichischen Duos, das gerade das Album „Anaana“ (das Maori-Wort für Glut) veröffentlicht hat. Dabei verbinden sie rohen Blues mit den Klängen des Didgeridoo zu atmosphärisch dichten Indie-Sounds.

Die Mühen der Australien-Tour sind damit vergessen. Diesen Sommer haben Cari Cari mit Auftritten in ganz Europa ihren internationalen Ruf ausgebaut. Der Rolling Stone bezeichnete sie beim „Primavera Sound“ in Barcelona als „die wichtigste Neuentdeckung des Festivals“.

Kennengelernt hatten sich die beiden 2014: Widmer, die als Kind Geige und als Teenager Gitarre lernte, hatte ihre Songs auf YouTube gestellt. Köck, zu der Zeit in einer Indie-Band, sah und hörte sie und war begeistert von Widmers rauchiger Stimme. „Dann hatte ich eine Krise mit der Band, weil alle so ehrgeizig waren und zum Beispiel einen Refrain kürzen wollten, nur damit er im Radio gespielt wird“, erzählt Köck im KURIER-Interview. „Ich lud Steffi in meinen Proberaum ein. Sie setzt sich ans Schlagzeug, und ich wusste: Das ist es! Sie hatte diesen unbeschwerten Zugang, diese ursprüngliche Lust, Musik nur zum Spaß zu machen.“

Wenig später verschickten Cari Cari erste Songs an US-Blogs. Einer mit 100.000 Lesern pro Tag machte das Duo zum „Sound der Woche“, woraufhin ihre Songs für TV-Serien wie „Shameless“ angefragt wurden.

Nicht wenige Leute in Österreich wollten Cari Cari einreden, kommerzieller zu werden. Aber Köck weiß, dass der Erfolg im Ausland gerade an Cari Caris Kompromisslosigkeit liegt, nur das zu spielen, was ihnen Spaß macht – auch wenn das Blues und Didgeridoo verbindet: „In den USA wartet kein Mensch auf die zweite Nicki Minaj oder Taylor Swift. Dort hast du nur mit einem Sound, den es nirgendwo sonst gibt, eine Chance.“

 

INFO

Cari Cari auf Tour:

10. 11. Wien/Flex

22. 11. Salzburg/Musikladen

23. 11. Mödling/Freie Bühne Mayer

29. 11. St. Pölten/ Cinema Paradiso

6.   12. Graz/ppc