Burgtheater: Karin Bergmann geht im Sommer 2019

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Foto: Reinhard Werner Karin Bergmann sagt wie angekündigt nach Ablauf ihres Vertrages Adieu

Wird sich nicht für zweite Direktionszeit bewerben: "Ich halte es für richtig, dass dann eine jüngere Theaterleitung das Haus in die Zukunft führt.“

Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann kündigt ihren Abschied an: Sie hat Kulturminister Thomas Drozda und das Ensemble des Burgtheaters darüber informiert, dass sie sich nicht für eine zweite Direktionszeit bewerben wird, gab die Burg am Mittwoch in einer Aussendung bekannt. Die Burgtheaterdirektorin hatte diesen Schritt bereits bei ihrer Bestellung vor drei Jahren in Aussicht gestellt. Damit verlässt Bergmann das Burgtheater im Sommer 2019.

Drodza: "Phase des Aufbruchs bewirkt"

Bergmann habe ihm in der Vorwoche ihren Entschluss mitgeteilt, sagte Drozda: „Das ist eine Entscheidung, die ich nachvollziehen kann und zur Kenntnis nehme.“ Die Bezeichnung einer Konsolidierungsphase für die Ära Bergmann wies Drozda dabei zurück: „Eine neue Generation ist jetzt richtig. Man würde der Karin Bergmann aber Unrecht tun, wenn man sie nur auf die Trümmerfrau reduzieren würde. Sie hat großes Vertrauen in junge Regisseure gesetzt und auch im inhaltlichen Bereich eine Phase des Aufbruchs bewirkt. Ich finde, dass sie herausragende Leistungen erbracht hat und der Nachfolger oder die Nachfolgerin ein sehr gut aufgestelltes Haus übernimmt.“

Entscheidung über Nachfolge "vor Ende der Saison"

Die mit dem heutigen Mittwoch von der Bundestheater-Holding online veröffentlichte Ausschreibung, die am Freitag (21. April) offiziell im Amtsblatt publiziert wird, läuft nun bis 21. Mai, wobei noch im Juni die Kür des künftigen Burg-Chefs erfolgen soll. „Ich möchte vor Ende der Saison eine Entscheidung treffen“, so Drozda. Auf die Einrichtung einer Findungskommission verzichtet der Minister wie schon bei der Staatsoper. Stattdessen wird eine Personalberatung in den Prozess eingebunden. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin Bergmanns wird dann das Amt am 1. September 2019 auf fünf Jahre antreten.

"Gut aufgestellt"

Sie übergebe "ein künstlerisch gut aufgestelltes und finanziell saniertes Theater", so Bergmann, die das schwierige Erbe von Matthias Hartmann nach dem Finanzskandal an der Burg übernommen hatte. "Ich halte es für richtig, dass dann eine jüngere Theaterleitung das Haus in die Zukunft führt.“ Nachdem das Burgtheater in der Spielzeit 2013/2014 in finanzielle Turbulenzen geriet, hatte Karin Bergmann im März 2014 zunächst die interimistische Direktion übernommen und wurde im Oktober 2014 vom damaligen Kulturminister Josef Ostermayer zur künstlerischen Direktorin ernannt.

Zur Person: Die Krisenbewältigerin

Karin Bergmann kam 1953 in Recklinghausen zur Welt. Als Pressesprecherin des streitbaren und umstrittenen Burgdirektors Claus Peymann konnte sie ab 1986 lernen,  krisenhafte Situationen zu managen. In der Saison 2008/2009, als Bachler bereits als Direktor der Bayerischen Staatsoper in München amtierte, leitete sie de facto die Burg, weswegen Bachler ihr einen Teil seiner Gage überließ (eine steuerlich nicht unumstrittene „Schenkung“).

Nach einem Jahr als Stellvertreterin von Matthias Hartmann verabschiedete sie sich 2010 in die Pension – um nach dessen Entlassung interimistisch als Burg-Chefin einzuspringen, und zwar bis Ende der Saison 2015/16. 2014 wurde aus der interimistischen Direktion eine reguläre. Bergmann –übrigens verheiratet mit dem Star-Architekten Luigi Blau – wird vom gesamten Burg-Ensemble überaus geschätzt, sie kennt das Haus und seine Abläufe perfekt. Am 28. April präsentiert sie ihre Pläne für die Spielzeit 2017/2018, ihrer dritte Saison.

(kurier) Erstellt am
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