Kultur
06.09.2017

Burgtheater-Chefin Karin Bergmann: "Wir sind kein Amt"

Die Premiere von Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" im Burgtheater wurde auf Sonntag (10. September) verschoben. Die Direktorin erklärt die Gründe.

Karin Bergmann hat es sich nicht leicht gemacht. Aber nach der Durchlaufprobe am Dienstag war klar: Die Burgtheaterdirektorin musste die Premiere von Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" in der Regie von Leander Haußmann, die am Mittwoch stattfinden hätte sollen, verschieben. Neuer Termin ist Sonntag, der 10. September (anstelle von Ayad Akhtars "Geächtet"). Von 7. bis 9. September finden daher "Voraufführungen" statt.

Im Gespräch mit dem KURIER betont Bergmann, dass es keine inhaltlichen Gründe gegeben habe: Verschleierte Frauen (siehe Probenbild) gebe es einzig deshalb, weil Leander Haußmann ein Märchen erzähle. Der Regisseur, der bei den Salzburger Festspielen vor zwei Jahrzehnten einen wunderbaren Puck durch die Felsenreitschule fliegen ließ, habe im Mai und Juni mit dem Ensemble gearbeitet. Dann war Sommerpause. "Ich dachte, dass die Zeit von 1. bis 5. September reicht", sagt Bergmann. "Aber sie hat einfach nicht gereicht. Und wenn es hapert, dann muss man sich eben die Zeit nehmen. Wir sind ja kein Amt."

Komplexe Technik

Sie könne kein einzelnes Detail nennen; aber die Übergänge würden zum Teil noch nicht funktionieren, und zu komplex seien die Anforderungen an die Technik. Haußmann setzt schließlich alles ein, was das Burgtheater bietet, auch die Drehbühne. Bergmann lässt anklingen, dass auch noch an der Dauer gefeilt werden müsse. Denn ausufernd: "Das ist es immer bei Leander Haußmann."

Die Absage bedeute natürlich, so die Direktorin, einen Einnahmeentfall. Aber sie hoffe, dass sich die Kosten amortisieren – "weil wir eine erfolgreiche Produktion haben und diese daher sehr oft spielen können."

Bergmann gesteht ein, dass derart kurzfristige Absagen selten seien. Aber sie selbst habe bereits eine erlebt: als Pressesprecherin von Claus Peymann als Burgtheaterdirektor. "Wir standen im Foyer und haben die Menschen nach Hause geschickt."

Aufgrund der Verschiebung finden am Sonntag nun in zwei Bundestheatern Premieren statt. Und auch in der Volksoper geht es magisch zu: Maria Happel spielt im Musical "Gypsy".