Bühne Baden bekommt eigenes Musicalorchester, Tonkünstler spielen Operette
Die Bühne Baden bekommt ein eigenes, neues Orchester für Musical. Nach der Ankündigung der NÖKU, das Orchester durch die Tonkünstler Niederösterreich zu ersetzen, habe es eine umfassende "rechtlichen Prüfung der aktuellen Ausgangssituation" gegeben, teilte die NÖKU mit. Die Ergebnisse sind:
- Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich ist, wie angekündigt, ab der Saison 2027/28 das Residenzorchester der Bühne Baden.
- Das Orchester übernimmt das symphonische Konzertangebot sowie die Bespielung der Operettenproduktionen der Bühne Baden.
- Für das Musical wird ein eigenes Orchester neu gegründet. Es soll maximal 14 Stellen umfassen (das Orchester der Bühne Baden hatte 25 Vollzeitstellen).
- Das Orchester der Bühne Baden wird wie geplant mit der Saison 2027/28 aufgelöst.
Ursprünglich hatte es geheißen, dass die Tonkünstler die gesamte Bespielung übernehmen sollen. Bei groß besetzten Musicals soll das Orchester Musiker beisteuern, heißt es nun.
Im September hatte NÖKU-Chef Paul Gessl im KURIER angekündigt, dass das Orchester der Bühne aufgelöst werde. „Es geht sich einfach nicht mehr aus in Zeiten wie diesen“, sagt Gessl damals im KURIER-Gespräch. „Auf allen drei Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – wird es eine Änderung in der öffentlichen Budgetierung geben. Es wird weniger Geld da sein.“
Es folgte eine doch größere Debatte in Baden, aber auch österreichweit.
„Ich bleibe bei dem strategischen Ziel, das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich als größten Kulturträger des Landes in seiner Relevanz und Sichtbarkeit an seinen vier Residenzen in Niederösterreich abzusichern", sagt Gessl nun. "Selbstverständlich muss auch am wirtschaftlichen Ziel dieser Restrukturierung von Optimierung und Einsparungen festgehalten werden.“
Das Orchester der Tonkünstler bekommt ein neues Dienstrecht, nach dem neu eintretende Musikerinnen und Musiker weniger verdienen werden. Und mit dem Orchester der Bühne Baden werden nun Gespräche über die berufliche Zukunft aufgenommen.
"Mit dieser neuen Struktur der niederösterreichischen Orchesterlandschaft finden sich die Anliegen der künstlerischen Leitungen beider Institutionen – Andreas Gergen, künstlerischer Leiter der Bühne Baden, und Tonkünstler-Chefdirigent Fabien Gabel – nach künstlerischer Kontinuität wieder", so die NÖKU. "Mit dem Spezialistenensemble an der Bühne Baden können die spezifischen stilistischen und künstlerisch-musikalischen Anforderungen im Musicalbereich bestmöglich erfüllt werden", sagt Johanna Möslinger, die für die NÖKU das Projekt steuert.
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