Kultur
26.10.2018

Buchkritik: Gudrun Lerchbaums "Wo Rauch ist"

Ein neues Wiener Ermittlerteam stellt sich vor: ein Grabredner und eine Revoluzzerin im Rollstuhl.

Mit „Lügenland“ hatte die studierte Architektin Gudrun Lerchbaum (Bild oben), wie sooo viele,  halt auch einen  Thriller geschrieben (in dem „Wertlose“  gejagt werden). Aber „Wo Rauch ist“,  das zweite Buch der Wienerin, ist einzigartig ... weil die Hauptpersonen einmalig sind.

Rotwein

Olga, eine an MS erkrankte, im Rollstuhl sitzende Buchhändlerin aus der Margaretenstraße: Revoluzzerin; eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.
Dr. Adrian, ein Grabredner, sehr weich, nach Begräbnissen braucht er Rotwein. Und Kiki, die viele Jahre wegen Mordes im Haft war. Olgas Ex-Mann, ein türkischstämmiger Journalist, wurde ermordet, die Ermittlungen des Trios gehen in Richtung Erdogan. Aber: „Wozu geheimbündlerische Aktivitäten, wenn rechte Recken in den Ministerien sitzen?“
Wolf Haas’ Sprache von den Brenner-Krimis färbt etwas ab. Aber es ist eine schöne Farbe. Nächstes Mal bitte etwas mehr von Wien.

 


Gudrun
Lerchbaum:

„Wo Rauch ist“
Argument Verlag.
Reihe Ariadne.
250 Seiten.
13,40 Euro.

KURIER-Wertung: ****