© Haymon/Fotowerk Aichner

Literatur

Buchkritik: Der Arzt David Fuchs und "Bevor wir verschwinden"

Der erste Roman des Linzer Onkologen (Bild): Alltag auf einer Krebsstation.

von Peter Pisa

08/24/2018, 05:00 PM

Der Autor ist Oberarzt in Linz, Krebsarzt, und wenn sein Roman von einem Medizinstudenten auf der Onkologie handelt und gleich einmal ein junger Mann mit  Metastasen in Leber und Hirnhaut im Bett liegt sowie eine Frau mit Zungenkrebs und Loch in der Wange, dann sehnt man sich nach einem Donald Duck-Heftchen oder dergleichen.

Möglich

Dass der Roman nicht traurig tut, macht die LektĂĽre nicht unbedingt leichter. Es zeigt allerdings, dass Fuchs in seinem DebĂĽtroman den passenden Ton fĂĽr den Krankenhausalltag anschlägt:  Schmunzeln muss ab und zu möglich sein – so wie der Tod möglich ist. („Möglich“ war jetzt sehr nett ausgedrĂĽckt.)
Der 24-Jährige begegnet während seines Praktikums einem alten Schulkollegen. „Bevor wir verschwinden“, geht es in die Vergangenheit zurĂĽck: Denn der jetzt Sterbenskranke war die  Jugendliebe des angehenden Arztes, der ĂĽbrigens Benjamin heiĂźt.
„Benjamin, nicht Ben. Ben klingt wie ein steifer Schwanz.“

 

David Fuchs:
„Bevor wir
verschwinden“
Haymon Verlag.
216 Seiten.
19,90 Euro.

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

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