© Pierre Alary / Splitter Verlag

Literatur / Comic
12/30/2021

Zorro junior bekommt die Maske seines Vaters

„Don Vega“ (vom Comic-Künstler Pierre Alary) rächt wieder die Entrechteten, allerdings 50 Jahre später

von Peter Pisa

Zorro, der erste Superheld (ohne Superkräfte). Ein Mann mit zwei Identitäten, Batman folgte erst 20 Jahre später.

1919 kreuzte Zorro erstmals die Degen in einem amerikanischen „Schundheftl“. Er half den Unterdrückten im Dorf Reina de los Angeles. als Kalifornien ums Jahr 1800 von den Spaniern bzw. von Mexiko beherrscht wurde.

Es fand sich ein Verlag, der die Geschichte als Buch veröffentlichte. (Der Schweizer Unionsverlag hat diesen Original-Zorro als deutsche Erstveröffentlichung im Programm.)

Es folgten weitere Romane, mindestens 20 Verfilmungen, zwei Musicals, Comics, der Held ist demnach – Pardon – ziemlich ausgelutscht, und man darf sich fragen, was es für einen Sinn hat, ihn jetzt in einer neuen Graphic Novel kämpfen zu lassen.

Zumal die „Zorro“-Comics des legendären Alex Toth – er starb 2006 in Kalifornien an seinem Zeichentisch – neu aufgelegt (und dann genossen) gehören.

Goldgräberland

„Don Vega“ des Franzosen Pierre Alary setzt 50 Jahre später, 1849, ein, als Kalifornien noch kein Staat war, sondern Goldgräberland – ein Chaos. Ehemalige Soldaten des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges wollten sich alles krallen.

Zorro ist bei Alary folglich Zorro junior, der nicht die elegante Maske seines Vaters hat, sondern eine Kapuze. Die alte Maske bekommt er aber am Ende des Abenteuers geschenkt.

Es gibt nicht nur Action, es wird erzählt. Es wird etwas erzählt, von dem man schon einmal gehört hat: Die Gerechtigkeit siegt (manchmal).

Erfreulich ist Alarys Kunst. Er inszeniert seine Zeichnungen – dass er ein Kamera-Auge hat, wird wohl damit zutun haben: Er arbeitete zehn Jahre für Disney, am Film „Tarzan“ wirkte er mit und an „Dschungelbuch 2“.

Sagt ein Feind in Alarys Comic: „Ich muss zugeben, dass diese Geschichte mit den Zorros so langsam anfängt, auf die Nerven zu gehen.“

Naja.

Zeichnung oben: aus "Don Vega"

Foto unten: Pierre Alary

 

Pierre Alary:
„Don Vega“
Übersetzt von Tanja Krämling.
Splitter Verlag.
96 Seiten.
20,40 Euro

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

 

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