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Großer Erzähler: Rafik Schami setzt das Mosaik der Frauen zusammen

Der syrisch-deutsche Erzähler Rafik Schami schreibt über die Liebe, den Tod – und alles dazwischen. Ein bewegender Roman.
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Im Krankenbett sagt Nadim Suri seinem Zuhörer, der vielleicht einmal ein Buch über ihn schreiben wird: „Ja, ich bin wie ein Mosaikbild aus vielen bunten Steinen zusammengesetzt.“ Diese Steinchen sind Frauen, die ihn geprägt haben. „Die eine hat nur einen Stein, eine andere mehrere Steine gesetzt, mal war es eine entscheidende Farbe, mal nicht.“

Der syrisch-deutsche Erzähler Rafik Schami lässt diese Teile zu seinem neuen Roman „Das Mosaik der Frauen“ werden. Er zeichnet ein großes Bild in kleinen Geschichten. Jede prägende Frau hat ein Kapitel. Salma lässt Nadim Suri sterben, damit er neu leben kann; Klara schenkt ihm den „Seelenbaustein: die Vorteile des Vergessens“; viele andere hinterlassen ihre Spuren. Und wie es so mit dem Erinnern ist, manches bleibt bruchstückartig, manches ist detailreich.

Historische Ereignisse in Syrien schwingen mit. Trotz politischer Unterdrückung, Verrat und Tod ist der Ton leicht. Denn Schami erzählt und seine Figuren werden lebendig: Sie sind mutig, traurig, komisch, widersprüchlich. Der Autor nimmt seine Leser und Leserinnen mit in das Damaskus seiner Kindheit und Jugend. „Unsere Gasse war so schmal, dass kein Auto durchfahren konnte. Die Theaterbühne der Häuser setzte sich deshalb nach draußen nahtlos fort.“ Es ist eine Bühne für Tragödien und Komödien.

Vieles ist autobiografisch. Geboren in Damaskus floh Schami 1971 nach Deutschland. „Es erleichtert das Erzählen, da ich sicher bin, wovon ich erzähle“, sagte Schami der Deutschen Presseagentur. Er wurde am Dienstag 80 Jahre alt. Das Erzählen machte er zu seiner Lebensaufgabe. Genau das kann man auch in „Das Mosaik der Frauen“ genießen.

Buchcover "Das Mosaik der Frauen" von Rafik Schami.

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