Isabel Allendes Rückkehr ins „Geisterhaus“

Sie wird am 2. August 80: Die Magie fehlt leider im neuen Roman "Violeta"
Eine lächelnde Frau mit kurzem, gewelltem Haar und einer Halskette vor einem unscharfen Hintergrund.

Katastrophen, kleine und große, gibt es überall. Sie sollen nicht als Ausreden dienen. Entscheidens ist: Was willst DU SELBER tun mit deinem wertvollen Leben? Unter diesem Gesichtspunkt schreibt Violeta dem Enkelsohn einen Brief über ihre 100 Jahre: von Pandemie zu Pandemie, Spanische Grippe bis Corona.

Verwandtschaft

Mit „Violeta“ kehrt Isabel Allende zum ersten Roman „Das Geisterhaus“ (1982) zurück – die neue Heldin ist mit der alten Familie Trueba verwandt.

Leider fehlt die Magie, keine Gegenstände fliegen diesmal mit Geisteskraft durch die Luft. „Violeta“ ist purer chilenischer Realismus inkl. Pinochet; und auch mit Hurrikan, Erdbeben, langweiligen Männern, mit Weltwirtschaftskrise. Isabel Allendes eigenes Leben ist mit eingepackt, sie wird am 2. August 80: Exil, drei Hochzeiten, der Tod der Tochter.

Violeta wird im Alter Feministin, auch das passt zu Allende, deren Essay „Was wir Frauen wollen“ (2021) nicht allein für Fans ist.


Isabel Allende: „Violeta“
Übersetzt von
Svenja Becker.
Suhrkamp Verlag.
400 Seiten.
26,95 Euro

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern
 

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