Buchkritik: Bernhard Schlink und "Abschiedsfarben"

Buchkritik: Bernhard Schlink und "Abschiedsfarben"
So etwas wie einen schwarzen See aus Trauer muss es bei dem Bestsellerautor geben

Das macht er immer, und einerseits ist es egal bzw. sogar gut für den Verkauf, denn Bernhard Schlinks Bücher sind sofort in den Bestsellerlisten. Andererseits sind deshalb die Kritiken oft zurückhaltend.

Liebe riecht

Wobei alle d’accord sind, wie gekonnt der Deutsche seine Romane (seit „Der Vorleser“) und – im konkreten Fall – seine Erzählungen aufbaut. Er verrät am Anfang eine Kleinigkeit, über die man Genaueres wissen will, also muss man bis zum Schluss bleiben. Schlink konnte das in Krimis, und das kann er auch beim Auf Wiedersehen sagen.

Aber nie, nie kann sich der studierte Jurist den Kitsch verkneifen. Er mag nicht darauf verzichten, dass ein „schwarzer See aus Traurigkeit“ in irgendeiner Brust wohnt. dass es nach Liebe riecht und von einer gewissen Anna das Licht nicht verlöscht.

Neun Mal Abschied, vom Buder, Freund, von einer fernen Geliebten, auch von sich selbst. Schlink schreibt am nächsten Roman.

 

Bernhard
Schlink:

„Abschiedsfarben“
Diogenes Verlag.
240 Seiten.
24,90 Euro

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

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