Ali Hazelwoods "Two Can Play": Ein Porno für Kakaotrinker
Normalerweise sind die Protagonistinnen in Ali Hazelwoods Liebesromanen Naturwissenschafterinnen. Das ist die Autorin nämlich auch (Kognitive Neurowissenschaft). Hier ist es eine Videospieldesignerin, Viola. Sie und ihr Team werden mit einer anderen Firma zusammengespannt, die Game-Variante eines Buchs zu gestalten.
Noble Zurückhaltung
Ihr Designer-Pendant bei der Konkurrenz ist Jesse, ein nachdenklich umwölkter Mann, für den sie schwärmt (inklusive erotische Träume), seit sie ihn das erste Mal gesehen hat. Problem nur: Er hat sich mal unter einem Mistelzweig schlichtweg geweigert, sie zu küssen. Bei einem gemeinsamen Retreat stellt sich nicht nur heraus, dass das zu adaptierende Buch ihrer beider Lieblingsbuch ist, sondern auch, dass Jesse Viola auch verehrt, aber ihr halt nicht zu nahe treten wollte. Seitenweise explizitester Vollzug der doch geglückten Vereinigung ist die Folge.
Ein Versprechen an Bücherwürmer
Man sieht an diesem Roman ein paar Motive, die sich in auf BookTok bejubelten Büchern wiederholen: Zum einen finden hier Bücherwürmer andere Bücherwürmer, diese Geschichten sind offenkundig ein Versprechen an die Lesenden mit Kakao in der Hand, dass auch sie ein echtes Leben und ab und zu einen Orgasmus haben können.
Und zum anderen: Männliche Gemächte sind hier nie etwas anderes als „fulminant“.
Kommentare