Bruno Mars

© Reuters/ERIC THAYER

Bruno Mars: Soul und Seele statt Affenzirkus
10/25/2013

Bruno Mars: Soul und Seele statt Affenzirkus

Teenie-Schwarm Bruno Mars zeigte in der Wiener Stadthalle eine ansprechende Performance.

von Brigitte Schokarth

Es war etwas lauter, als Bruno Mars 2011 zum ersten Mal in der – damals ebenfalls ausverkauften – Stadthalle auftrat. Spitzes Verzückungs-Geschrei aus Teenie-Kehlen begleitete damals jede Tanzbewegung des Hawaiianers, jeden Song, egal ob’s ein Hit, oder ein weniger markanter CD-Track war.

Anno 2013 klingen die Mars-Fans etwas anders. Zwar sind immer noch gute 80 Prozent der 16.000 Zuschauer weiblich – und gute 50 Prozent von der U15-Fraktion. Aber sie sind hörbar reifer geworden – geneigter, zuzuhören, anstatt sich der Hysterie um die bloße Anwesenheit des 28-Jährigen hinzugeben. Geneigter, mit Gesang seine Lieder zu feiern, als mit Gekreische seine Hüftschwünge. Vielleicht, weil Mars seit jeher klargemacht hat, dass er sich als Musiker sieht. Er hat sich seinen Erfolg fernab von überdrehten Promo-Aktionen ersungen – mit Holzfäller-Hemden statt Fleisch-Kleidern, mit Ohrwürmern statt provokanten Videos. Die „Moonshine Jungle“-Tour geht diesen Weg konsequent weiter. Trotz des verlockenden Show-Titels gibt es keine Kulissen, keine Theatralik, keine Requisiten, keine Akrobatik.

Nur ein paar Affenschreie im Intro und ein Palmen-Vorhang weisen auf das Dschungel-Thema hin. Sonst setzen – neben raffiniert eingesetzten LED-Elementen – hier eine Hebebühne, dort ein Flammenwerfer, und zum Schluss bei der neuen Single „Gorilla“ ein grüner Laser und Gold-Flitter die optischen Akzente. Sonst aber ist die Show ganz und gar darauf ausgelegt, die Musik in den Vordergrund zu rücken.

Und die ist das auch wert. Mars singt jeden Ton live (und richtig), zeigt bei Balladen, wie viel Seele er in seine Stimme legen kann, spielt obendrein versiert Gitarre und ein Drum-Solo. Und er hat eine hervorragende Band, die mühelos zwischen Reggae und Motown-Soul wechselt und dem auf Platte oft zu süßen Schmuse-Sound mit funkigen Untertönen Drive einhaucht.

Zwar sind nicht alle Mars-Songs Knaller wie „Grenade“. Doch die beliebigeren Titel spielt er vorne weg und hat so ab Mitte des Konzerts mit Highlights wie „ Lazy Song“ und „When I Was Your Man“ alle auf seiner Seite. So, dass sogar die begleitenden Eltern der Mars-Fans ausgelassen in den Massenchor einstimmen.

KURIER-Wertung:

Pro & Contra: Cooler Typ oder Schmuseheini?

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