© Warner

Film
07/27/2021

Broadway-Star Lin-Manuel Miranda: "Als hätte ich im Lotto gewonnen“

Der Komponist, das einstige Wunderkind des Broadway, über die Verfilmung seines Musicals „In the Heights“ (derzeit im Kino).

von Elisabeth Sereda

Er galt als das Wunderkind des Broadway: scheinbar aus dem Nichts wurde der damals 35-jährige Lin-Manuel Miranda 2015 zum Superstar mit dem Musical „Hamilton“, in dem er nicht nur die Titelrolle spielte, sondern auch das Drehbuch und alle Songs schrieb.

Das Stück gewann elf Tony Awards, inklusive bester Darsteller. Dabei begann seine Karriere schon viel früher: er hatte kleine Rollen in „Sex and the City“, „Sopranos“ und „Modern Family“ und schrieb in seinem ersten Studienjahr ein Musical namens „In the Heights“.

Letztes ist eine Art „Fame“ für die neue Generation, das nun im Kino zu sehen ist.

Der Höhenflug des Latino-New Yorkers ist allerdings nicht ganz ungetrübt. In den letzten Jahren musste er sich Vorwürfe gefallen lassen, er würde sich „ausverkaufen“, und erst im Juni, dass besonders sein neuer Film nicht genug Minderheiten repräsentieren würde, wofür er sich öffentlich entschuldigte.

Wir sprachen mit Miranda während und nach den Dreharbeiten zu „In the Heights“.

KURIER: Es war ein langer Weg vom Broadway ins Kino für Ihr neuestes Werk. Was ist da alles passiert?

Lin-Manuel Miranda: Es begann bei Universal, war dann bei der Weinstein Company, wo nie etwas daraus gemacht wurde, und wir hatten das Glück, dass wir die Rechte dann doch noch zurückbekommen konnten. Als wir dann einen Produzenten und einen Regisseur, John Chu, fanden, konnte es endlich losgehen. Aber in der langen Entwicklungsperiode hat das Musical eine eigene Form angenommen. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie viele unserer Statisten beim Film bereits in ihrer Highschool aufgeführt haben. Für viele unserer Schauspieler war das auch das erste Musical, das sie gesehen hatten.

Was war Ihre Wunschliste für die Filmversion?

Der Traum war, an den Originalschauplätzen zu drehen. Was nicht sehr viele machen, wenn es sich um New York handelt, denn es ist verdammt teuer hier zu drehen. Aber wir hatten Glück. Die Drehorte sind alle original. Wir filmten in Washington Heights (oberes Manhattan, Anm.), wo ich aufgewachsen bin und bis heute lebe und wo auch meine Schule ist. Und ich wollte keinen Superstar, mit dem sich der Film leicht verkaufen lässt, sondern einfach die besten Schauspieler für die Rollen, auch wenn man ihre Namen nicht überall kennt.

Sie schrieben den Song „96,000 Dollars“ für das Musical als Metapher für einen Lotteriegewinn. Was würden Sie mit einem Lottogewinn machen?

Ich fühle mich, als hätte ich mit meiner Karriere längst im Lotto gewonnen!

Wie sehr hat die Musik Ihrer Jugend Sie beeinflusst?

Ganz stark. Hip-Hop ist ein bisschen älter als ich, der begann in den Mittsiebzigern in der South Bronx, ich bin 1980 im oberen Manhattan geboren. Es gab keine Zeit, in der mich Hip-Hop nicht geprägt hat, es ist die Musik meiner Generation. Ich bin damit genauso aufgewachsen wie mit den Musicals, die mir meine Eltern vorgespielt haben, besonders „The Sound of Music“.

„The Sound of Music“?

Ja, das hat mich so geprägt, dass ich meine gesamte Familie inklusive Eltern nach Salzburg geschleppt habe, wo wir es auf der Tour laut gesungen haben. Sehr zum Ärger der anderen Touristen!

Macht Sie Ihr Erfolg emotional?

Ja, ich heule einmal pro Tag. Weil ich weiß, welche guten Geister zusammenkommen müssen, um das alles möglich zu machen. Und wenn alles perfekt zusammenkommt, dann ist es besser als alle Erwartungen, die ich mir je in meinem Leben vorstellen hätte können. Es ist verrückt.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.