Brigitte Meese gestorben: War aus Werk ihres Sohns nicht wegzudenken

Die gebürtige Stuttgarterin war ab 1992 Widerpart und Ermöglicherin des exaltierten Malers und Performers Jonathan Meese.
Jonathan Meese

Brigitte Meese, Mutter des Künstlers Jonathan Meese, ist im Alter von 96 Jahren gestorben: Das berichtete zuerst die Süddeutsche Zeitung. 

Eine Künstlermutter wäre der Kunstpresse sonst eher keinen Nachruf wert - bei Brigitte Meese ist dies anders: Denn die gebürtige Stuttgarterin war aus dem exaltierten Werk ihres 1970 geborenen Sohns nicht wegzudenken: Sie wich ihm  bei Ausstellungen und Eröffnungen nicht von der Seite, fungierte teilweise als Managerin und war ständiger Anker des notorisch unruhigen, sich  oft als großes Kind gebärdenden KünstIers. In seinen Performances gab die "Erzmami" oft den nüchternen Gegenpart, während sich Jonathan in Rage redete.

Manchmal hielt sie ihn auch am Boden und verhinderte, dass er überdrehte. "Während seiner Parzifal-Performance in der Berliner Staatsoper war es so schlimm, dass ich rausgehen musste", sagte Brigitte Meese 2006. "Ich habe mich mit einem Buch in ein Café gesetzt und bin später wieder rein. Es hat ja sechs Stunden gedauert, und viel Handlung habe ich nicht versäumt."

Auch in Wien war Brigitte Meese bei mehreren Auftritten ihres Sohnes dabei - zuletzt bei der Performance "Muttersöhnchen im Kunstglück" 2023 im Volkstheater. 

Jonathan Meese

Brigitte Meese wurde 1929 in Stuttgart geboren und stammte aus einem großbürgerlichen Elternhaus. Nach ihrer Schulzeit studierte sie von 1950 bis 1954 Fremdsprachen in Heidelberg, Paris und London. 

Nach einer ersten Beschäftigung bei Bayer Leverkusen zog sie 1956 nach Tokio, wo sie bis 1973 lebte. Aus ihrer Ehe mit Reginald Meese stammen 3 Kinder. 1973 kehrte sie mit ihren Kindern nach Deutschland zurück und lebte in Ahrensburg bei Hamburg. Seit 1992 arbeitete sie mit  ihrem Sohn zusammen. 

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