Wird von den Touristen gestürmt: das Obere Belvedere

© MAGMAG Events & Promotion GmbH./Schlossko

Kultur
02/06/2020

Boomender Tourismus: Das Belvedere hebt mit Rekordzahlen ab

Trenklers Tratsch. 2019 gab es bei den Bundesmuseen wieder Besucherrekorde; für das KHM ist die Jahreskarte ein echter Bringer. Mit GRAFIK.

von Thomas Trenkler

Paul Frey, kaufmännischer Geschäftsführer des Kunsthistorischen Museums, kann sich genüsslich die Hände reiben. 2019 spülte die Jahreskarte einen Millionenbetrag in die Kassen. Denn das KHM verkaufte respektable 35.619 Stück um je 44 Euro. Da ein normales Ticket 16 Euro kostet, rentiert sich die Jahreskarte bereits mit dem dritten Besuch. Und dreimal im Jahr ins Museum gehen: Das sollte sich doch machen lassen. So denkt der Bildungsbürger.

Denkste. Das KHM zählte 46.297 Besuche mit den Jahreskarten. Sprich: Man ging im Durchschnitt nur 1,3 mal. Oder anders gesagt: Jeder Besuch kostete 33,85 Euro. Die Jahreskarte ist also vielleicht doch keine so gute Idee – etwa als Weihnachtsgeschenk.

Ein Minusgeschäft für die Besucher ist auch die Jahreskarte des Mumoks: Man nutzte sie 1,7 mal. Die echten Vielflieger gehen ins Naturhistorische Museum (4,5 mal), ins Technische Museum (3,8 mal) und ins Belvedere (3,3 mal).

Echt kein Bringer ist zudem die Ende 2018 vom damaligen Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) eingeführte und von der Opposition sogleich verhöhnte Bundesmuseen-Card um 59 Euro, mit der man je einmal in eines der acht Häuser gehen kann: Sie wurde lediglich 2.792 mal verkauft und verschaffte den Museen 8.770 Eintritte.

Das weitere Datenmaterial, kürzlich von Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) veröffentlicht, birgt kaum Überraschungen. Es gab eben „zum wiederholten Mal“ einen Besucherrekord. Insgesamt zählte man in den acht Bundesmuseen sowie in den musealen Bereichen der Nationalbibliothek 6.933.776 Besuche. Dies bedeutet gegenüber 2018 ein Plus von sieben Prozent und ist zum Gutteil dem boomenden Tourismus zu verdanken.

 

Als Direktorin bis Ende 2016 hatte Agnes Husslein-Arco das Belvedere auf Vordermann gebracht – und nun hebt das obere Palais mit den Bildern von Gustav Klimt in lichte Höhen ab (siehe Grafik). Trotz reichen Ausstellungsprogramms verliert Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder allmählich den Anschluss. Im Unteren Belvedere (Stella Rollig zeigte u.a. „Stadt der Frauen“) gab es einen Rückgang um zwei Prozent, im Hauptgebäude des KHM um fünf Prozent – obwohl Sabine Haag eine exzellente Caravaggio-Schau brachte. Und das vom Staat finanzierte Leopold Museum, eine Privatstiftung, konnte den Erfolg des Jubiläumsjahres 2018 nicht prolongieren: Man verzeichnete ein Minus von herben 16 Prozent.

 

Die Gewinner waren die Nationalbibliothek mit dem Prunksaal (+26 Prozent), das Mumok (+23 Prozent), das Technische Museum (+12 Prozent auf 428.619), das MAK (+10 Prozent im Hauptgebäude), das Naturhistorische Museum (+8 Prozent auf 804.620 im Hauptgebäude ). Das Haus der Geschichte Österreich hatte in seinem ersten Jahr nur 102.456 Besucher, das Interesse am neuen Weltmuseum sank bereits wieder (minus 5 Prozent auf 167.628). Zur Ergänzung zwei Zahlen aus Wien: Das KunstHaus vermochte die Besucherzahl um 28 Prozent zu steigern (auf 157.987), das Jüdische Museum um 8 Prozent (auf 144.039).

thomas.trenkler

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