Andrew Hozier-Byrne liebt den Blues und Wien.

© EPA/CLAUDIO ONORATI

Blues, Soul und viel Engagement
02/26/2016

Blues, Soul und viel Engagement

Der irische Sänger Songwriter und Blues-Fan Hozier entpuppte sich als vielversprechendes Talent.

von Brigitte Schokarth

„Dafür, dass ich das erste Mal in eurer Stadt bin, ist eure Reaktion überwältigend!“ So bedankte sich Hozier, der 2014 mit dem Hit „Take Me To Church“ bekannt wurde, nach seinem Wien-Konzert im Wiener Gasometer bei den 3400 Fans, die nicht nur für ein ausverkauftes Haus, sondern auch gut für Stimmung gesorgt hatten. Zwar war das Konzert des Iren, der bisher nur aus seinem Debüt-Album „Hozier“ schöpfen kann, mit knapp eineinhalb Stunden recht kurz – obwohl er das Programm mit genauso eigenwilligen wie ansprechenden Coverversionen von David Bowies „Young Americans“ und „Blackbird“ von Paul McCartney aufgepeppt hatte. Dafür zeigte sich der 25-Jährige aber als vielversprechender Newcomer. Unterstützt von einer sechsköpfigen Band mit Cellistin und zwei Viel-Instrumentalistinnen konnte Andrew Hozier-Byrne von Anfang an mit dem ungewöhnlichen Klang des Streichinstrumentes und vielstimmigem Chorgesang ungewöhnliche Akzente setzten. Und seine Songs bieten ohnehin einen einnehmenden Variantenreichtum.


Häusliche Gewalt

Folkig wird es, wenn er mit Cellistin Alana Henderson und einer einzigen Gitarre „In A Week“ über ein Pärchen, das zum Selbstmord in den Wald gehen will. Spaßig-poppig ist der „Anti-Lovesong“, „Someone New“. Nach Blues der alten Schule klingt „To Be Alone“. Aber der Blues ist ohnehin das Rückgrat des Hozier-Sounds – mit einem trockenen, räudigen Gitarrensound und einer Stimme, die genauso leidend klingen kann, wie einst die von B.B. King.

Gepaart mit Texten, die immer wieder auch soziale Themen aufgreifen – „Cherry Wine“ etwa handelt von häuslicher Gewalt und „Take Me To Church“ von der Scheinheiligkeit der katholischen Kirche – ergibt das einen ansprechenden Konzertabend. Einzige Manko: Bei den weniger starken Songs, die Hozier am Anfang seiner Show spielt, klingen die Melodien eine Spur zu sperrig – so als hätte er sie beim Schreiben bewusst kompliziert gestaltet, um sich vom Mainstream abzuheben. Wenn er sich da für das zweite Album erlaubt, ein wenig eingängiger zu werden, kann der Hüne mit der wilden Mähne einer der ganz Großen werden. Talent, das wurde im Gasometer auch abseits des umjubelten „Take Me To Church“ deutlich, hat er jedenfalls genug.

KURIER-Wertung:

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