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Kultur
12/27/2020

Bluegrass-Legende Tony Rice starb mit 69 Jahren

Einer der einflussreichsten Bluegrass-Gitarristen starb am Weihnachtstag.

von Michael Huber

Die Welt der Akustikgitarre trauert: Tony Rice, US-amerikanische Bluegrasslegende, ist zu Weihnachten verstorben. Der Gitarrist starb mit 69 Jahren unerwartet am Weihnachtstag in seiner Heimat North Carolina.

Die International Bluegrass Association ehrte ihn als eine der "ikonischsten Stimmen und Musiker des Bluegrass". Rice war 2013 in die International Bluegrass Music Association Hall of Fame aufgenommen worden.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Rice schon weitgehend aus dem Bühnengeschehen zurückgezogen: Eine Stimmbanderkrankung hatte den einst markanten Bariton des Musikers seit Mitte der 1990er Jahre angegriffen und die Stimme des Musikers auf ein heiseres Flüstern reduziert. Später kam noch eine Arthritis hinzu, die Rices virtuose Fähigkeiten am Griffbrett stark einschränkte. Rice, für seinen Perfektionismus bekannt, mied ab da das Rampenlicht und lebte fortan als lebende Legende weiter.

Sein Einfluss auf Gitarristen wurde dadurch nicht geschmälert: Insbesondere in der Bluegrass-Szene, die in den USA durch eine Vielzahl von Festivals und Workshops auch eine große Zahl an Profis, Semi-Profis und Amateuren an die Gitarren brachten, galt Rice seit Jahrzehnten als Lichtgestalt - doch sein Einfluss reichte weiter. Denn der aus einer musikalischen Familie stammende Gitarrist entwickelte die akustische Gitarre als Leadinstrument weiter, brach die Barrieren zwischen der Country- und Folk-Tradition und dem Jazz nieder und wurde damit zu einer Integrationsfigur der amerikanischen Musik schlechthin. Insbesondere Rices Aufnahmen mit dem Mandolinisten David Grisman waren hier bahnbrechend.

Rices unverwechselbarer Ton, seine unverwechselbare Phrasierung kam aber auch im traditionelleren Umfeld zur Geltung. Das Instrument, dem er seine Musik entlockte, wurde selbst zum mythischen Objekt. Seine Gitarre vom Typ Martin D-28 hatte einst Clarence White, dem früh verstorbenen Gitarristen der Byrds, gehört, auf dessen innovativem Stil Rice in mancher Hinsicht aufbaute.

Tatsächlich war es aber wohl keine magische Gitarre, die Tony Rice unnachahmlich machte, auch wenn Heerscharen von Gitarristen bis heute jedes Detail seines Spiels analysieren und imitieren: Sein Talent und seine Eleganz verdankte sich einem herausragenden Gespür, das auch in vordergründig einfachen Liedern Tiefe erzeugen konnte. Die Inspiration lebt weiter.

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