© © Barbara Pálffy / Volksoper Wien

Kultur
12/11/2018

Bernsteins "Wonderful Town" an der Volksoper: Perfektes Entertainment

Mit Bernsteins „Wonderful Town“ landet die Wiener Volksoper wieder einen echten Hit.

Die Wiener Volksoper und das klassische Musical – diese Kombination funktioniert inzwischen seit Jahren geradezu perfekt. Und auch mit der nicht ganz so neuen Neuproduktion von Leonard Bernsteins „Wonderful Town“ – man koproduziert mit der Staatsoperette Dresden, wo bereits Premiere war – siegt das Haus am Gürtel auf allen Ebenen. Und würdigt nebenbei den Ausnahmekünstler Bernstein anlässlich der 100. Wiederkehr seines Geburtstages mit einem großen Wurf.

Zwar ist das 1953 uraufgeführte Werk nicht so populär wie etwa die „West Side Story“; das Genie Bernstein ist bei dieser Liebeserklärung an New York dennoch in jeder Phase zu hören. Die herrliche Mischung aus Jazz, Swing , Vaudeville und großartigen – am Gürtel wird in deutscher Sprache gesungen – Songs zündet. Und die Geschichte rund um die zwei Landeier („Ohio“) Ruth und Eileen Sherwood, die ihr berufliches und privates Glück im Greenwich Village der 1930er-Jahre suchen und letztlich finden, strotzt vor guten Gags und Pointen.

Tempo und Schwung

Regisseur Matthias Davids setzt all das im mit wenigen Versatzstücken arbeitenden, klugen Bühnenbild von Mathis-Fischer Dieskau präzise, mit Tempo und sehr viel Schwung um. Klassische Kostüme (Judith Peter) und flotte Tanzeinlagen (Choreografie: Melissa King) bilden ein zusätzliches Erfolgselement.

Am Pult des bestens einstudierten Orchesters (tadellos auch der sehr geforderte Chor) agiert Dirigent James Holmes mit Drive, Esprit und der nötigen Prise Sentiment; Bernsteins Hits gehen schnörkellos ins Ohr.

Dazu kommt, dass die Volksoper eine erstklassige Besetzung mit zwei Gästen zur Verfügung hat. Diese sind Sarah Schütz als herbe, angehende Journalistin und Schriftstellerin Ruth Sherwood und Olivia Delauré als deren blondierte, allen Männern den Kopf verdrehende Schwester Eileen. Und die beiden Damen erweisen sich als vokale und darstellerische Volltreffer. Schütz begeistert mit einer Bühnenpräsenz, die ihresgleichen sucht, Delauré wiederum spielt virtuos-subversiv mit tradierten Frauenbildern. Ein tolles Duo!

Aber auch die übrige Besetzung überzeugt ohne Ausnahme. Drew Sarich etwa als stimmgewaltiger, exzellent agierender Redakteur Robert Baker, der in Ruth zuletzt die Liebe seines Lebens findet. Oder Peter Lesiak als leidenschaftlich bügelnder Footballspieler Loomis „The Wreck“, Juliette Khalil als dessen Verlobte Helen, Christian Graf als windiger Journalist Chick Clark, Oliver Liebl als Drugstoreverkäufer Frank und Christian Dolezal als Maler Appopolous. Regula Rosin, Cedric Lee Bradley, Jakob Semotan, Ines Hengl-Pirker und Alexander Pinderack ergänzen gut. Alles „Conga“!

Berechtigte Ovationen!

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