FRANCE-ART-AUCTION

© APA/AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT / CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Kultur
06/17/2020

Bemerkenswerter Brief von Van Gogh und Gauguin versteigert

Das Van Gogh Museum bekam bei Pariser Auktion in Paris für 210.000 Euro den Zuschlag. Die beiden Jahrhundertkünstler schreiben in dem Brief über ihre Kunst und über Besuche im Bordell.

Das Amsterdamer Van Gogh Museum hat einen kunsthistorisch bedeutsamen Brief der Maler Vincent van Gogh und Paul Gauguin aus dem Jahre 1888 ersteigert. Auf vier Seiten beschreiben die beiden ihre intensive gemeinsame Periode im südfranzösischen Arles, darunter auch gemeinsame Bordellbesuche. Die Stiftung des Museums bekam am Dienstag im Pariser Auktionshaus Drouot für 210.600 Euro den Zuschlag.

Van Gogh und Gauguin verfassten den vierseitigen Brief an den Künstler Emile Bernard an zwei Novembertagen im Jahr 1888 - weniger als zwei Jahre vor Van Goghs Tod im Alter von nur 37 Jahren. Beide betonen darin ihren Anspruch, die moderne Kunst zu erneuern. Es sei eine "gewaltige Renaissance" der Kunst im Gange, schreibt Van Gogh.

Der Brief zum Lesen:

A letter by Vincent Van Gogh and Paul Gauguin on auction in Paris

A letter by Vincent Van Gogh and Paul Gauguin on auction in Paris

A letter by Vincent Van Gogh and Paul Gauguin on auction in Paris

A letter by Vincent Van Gogh and Paul Gauguin on auction in Paris

Coronavirus disease (COVID-19) outbreak in Lisbon

Selbstporträt von Van Gogh (1889)

FRANCE-ART-GAUGUIN

"Frauen auf Tahiti", von Paul Gauguin (1891)

Der berühmte niederländische Maler beschreibt aber auch sein Verhältnis zu Gauguin, der ihn "als Mann" sehr interessiere. Er sei seit langem der Ansicht, dass "in unserem schmutzigen Beruf als Maler ein riesiger Bedarf an Menschen mit Arbeiterhänden und -mägen besteht, mit natürlicherem Geschmack und einem liebevolleren und großzügigeren Temperament als die dekadenten und erschöpften Pariser Boulevardiers es haben".

"Exkursionen in die Bordelle"

Gemeinsam mit Gauguin habe er "einige Exkursionen in die Bordelle" unternommen, schreibt Van Gogh weiter. Es sei "wahrscheinlich, dass wir oft dort landen, um zu arbeiten".

Gauguin kommt erst auf der letzten Seite des Briefes zu Wort. Dort bekräftigt er seine Idee einer "Zukunft in den Tropen als Maler". Gauguins Gemälde aus der Südsee wurden später weltbekannt. Er starb 1903 in Französisch-Polynesien.

Aufenthalt in Arles

Gauguin und Van Gogh verbrachten ab Ende 1888 mehrere Monate gemeinsam in Arles und malten Seite an Seite. Während Gauguins Aufenthalt in Arles kam es auch zu jenem berüchtigten Vorfall, bei dem sich Van Gogh ein Ohr abschnitt, um es einer Prostituierten zu überreichen. Der Vorfall beendete schließlich die von Spannungen geprägte Beziehung zwischen Gauguin und Van Gogh.

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