In Spielberg gewann Honda-Star Marc Márquez noch kein MotoGP-Rennen

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Kultur
08/08/2019

Bei ServusTV macht es „Brrrmmmmmmmm“

Freitag, 8.50 Uhr, startet der Salzburger Sender das MotoGP-Wochenende in Spielberg mit insgesamt 19 Stunden Live-Übertragung.

Der Red-Bull-Ring schmiegt sich in die malerischen Hügel von Spielberg. Doch lieblich ist hier nichts mehr, wenn der internationale Motorrad-Zirkus mit dem Grand Prix von Österreich Freitagfrüh die Herrschaft übernimmt.

Für ServusTV ist es „das wichtigste Sport-Ereignis des Jahres“, sagt Sportchef Christian Nehiba. 19 Stunden überträgt der Salzburger Sender an diesem Wochenende live und das mit verstärktem Personal, mehr Kameraperspektiven und eigenen Studio.

Die Motorsport-Festspiele im XXL-Format beginnen am Freitag, bereits um 8.50 Uhr. Der Private darf beim Heim-Grand-Prix nämlich auch die ersten freien Trainings zeigen: Moto3 (9.00), MotoGP (9.55) und Moto2 (10.55). Dieses Timing gilt auch am Samstag (3. freies Training), ehe um 12.35 Uhr das Qualifying folgt. Am Renntag, Sonntag, startet die Live-Übertragung um 9.15 Uhr. Da wird auch die neue (elektrische) MotoE zu sehen sein.

Die Frage, die die Fans beschäftigt, ist: Wird MotoGP-Weltmeister Marc Márquez, der eben in Brünn seinen 50. Erfolg in der Königsklasse eingefahren hat, endlich auch in Spielberg reüssieren? Dem Honda-Star fehlt noch ein Sieg, weil er seit der Wiederaufnahme Spielbergs in den Rennkalender 2016 stets eine Ducati vor sich hatte. „Das wurmt ihn sicher“, meint Österreichs Motorrad-Legende und TV-Experte Gustl Auinger. Und „Márquez tut nichts lieber, als zu gewinnen und seinen Namen in die Geschichtsbücher einzutragen.“

Leidenschaft

All das hinterfragen kann ServusTV-Reporterin Andrea Schlager, die Marc Márquez zum exklusiven Interview trifft. „So etwas kommt zustande, weil ServusTV inzwischen einen Namen bei den Teams hat. Die wissen, wir stecken da alle Leidenschaft hinein“, erklärt Moto-GP-Projektleiter Benjamin Boldt.

Die Trainings und Rennen kommentieren wie üblich der Herr der Statistiken, Christian Brugger, und der rasende Experte Alex Hofmann. Sie werden auch ein Auge auf die Performance des heimischen Moto3-Wildcardfahrers Maxi Kofler und des österreichischen KTM-Teams haben.

Ein Tross zieht um die Welt

Draußen dröhnen die Motoren, im gekühlten Container ist davon aber kaum etwas zu hören. Viele im von zahlreichen Bildschirmen etwas erhellten Raum tragen ohnehin Headsets, in die ruhig die Kommandos gehen. Hier fließt viel von dem zusammen, was von Trainings und Rennen der Motorrad-WM an Bildern, Daten und Grafiken an die etwa 100 übertragenden Fernseh-Stationen weltweit geht oder über motogp.com zu erleben ist. „Alles folgt hier klaren Regeln. Jeder und jedes hat weltweit immer den gleichen Platz. Der Kamera-Mann in der ersten Kurve ist immer der gleiche. Das Team, das im Regie-Raum die Moto 2 betreut, ebenso. So können wir eine gleichbleibende Übertragungsqualität garantieren“, sagt ein Vertreter vom Rechte-Inhaber der MotoGP, Dorna.

Etwa 180 Kameras werden am Renn-Wochenende eingesetzt, vieles wird aber gar nicht mehr von vor Ort, sondern in der Dorna-Zentrale in Barcelona verarbeitet oder gesteuert. Das geht so weit, dass Einstellungen an den (bis zu sechs) Kameras auf den Motorrädern von Spanien aus verändert oder deren Signale direkt dorthin überspielt werden. Der technische Fortschritt ist enorm und soll „den Fans vermitteln, ganz nah am Geschehen zu sein“. Wie das etwa jene Kameras auf den Maschinen tun, die automatisch erkennen, dass ein Überholmanöver stattfindet und Bilder aus der jeweils anderen Perspektive liefern.

Über 200 Dorna-Mitarbeiter arbeiten nur fürs Fernsehen. Der gesamte TV-Compound, der auch Service und Hardware für die Stationen vor Ort wie ServusTV umfasst, würde eineinhalb Boeing 747 füllen – ein Tross, der zur Luft und auf der Straße durch die Welt wandert.