© Heike Kroemer

Kultur
08/20/2012

Baustopp beim Seehaus von Pius Strobl

Der Ex-ORF-Mann hat sich beim Bau seines Hauses am See nicht an die Richtlinien gehalten. Die Anrainer sind erbost.

von Heike Kroemer

Am Ende der Straße steht ein Haus am See (...) Alle kommen vorbei, ich brauch nie rauszugehen", der Peter-Fox-Hit aus dem Jahr 2008 wäre der perfekte Song für jene Geschichte, die sich derzeit rund um Pius Strobl und dessen Haus am Trausdorfer See, unweit von Eisenstadt, abspielt. Der unfertige Bau ist eine Art Sehenswürdigkeit geworden. Jeder kennt ihn und er sorgt für viel Gesprächsstoff und Verärgerung. Strobl, einst aktiver Grüner und bis zu seinem Abgang im Jahr 2010 Vertrauter von Generaldirektor Alexander Wrabetz im ORF, hat am Ufer des Sees ein Seehaus errichtet, wobei der Begriff Seehaus durchaus irreführend sein kann.

Denn so wie Strobl haben in den vergangenen Jahren viele Burgenländer, Wiener und Niederösterreicher in der beliebten Feriensiedlung, die im Besitz der Familie Esterházy steht, Häuser errichtet, die durchaus luxuriös anmuten. Doch im Gegensatz zu Strobl haben sich die anderen an die Bauvorschriften gehalten. "Sehen Sie sich mal diesen protzigen Bau an, das hat ja nichts mehr mit Seehaus zu tun. Außerdem hat er höher und größer gebaut, als ihm bewilligt wurde", ärgert sich eine Dame und deutet auf die andere Uferseite. Nun müsse er das Haus abreißen, erzähle man im Ort.

"Herr Strobl hat geglaubt, sich über alles hinwegsetzen zu können, so als wären wir Pächter zweiter Klasse. Der hat ja schon im Vorfeld bei Gott und der Welt interveniert. Aber diesmal ist er zu weit gegangen. Da wird Esterházy nicht mitspielen", erklärt ein weiterer Anrainer. Keiner der erbosten Anrainer will seinen Namen nennen.

Richtlinien

Esterházy ist Verpächter der 408 Seeparzellen und hat so ein entscheidendes Wort mitzureden. Auf KURIER-Anfrage heißt es: "Wir sind bemüht, die hohe Qualität der Anlage zu erhalten und laufend zu verbessern. Dazu gehört auch die Einhaltung der von der Gemeinde vorgegebenen Bebauungsrichtlinien, die natürlich für alle Mieter gelten", betonen die Esterházy-Betriebe, die sichtlich kein Interesse an Unstimmigkeiten in ihrem Ferienparadies haben. Dass Pius Strobl sein Haus abreißen muss, gilt als unwahrscheinlich. Wie KURIER-Recherchen aber ergaben, muss er Umbauten vornehmen bzw. neue Genehmigungen einholen.

Strobl selbst wollte dazu nur so viel sagen: "Ich gebe nichts auf Gerüchte. Meine Ansprechpartner sind die Gemeinde und Esterházy."

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