Aus Zone D dürfen Menschen Klo putzen kommen

honorarfrei, Eva Schörkhuber, schriftstellerin…
Foto: /Jorghi Poll Eva Schörkhuber

Angst und Widerstand spielen Eva Schörkhubers "Nachricht an den Großen Bären" die Hauptrollen.

Das ist eine Geschichte aus der (nahen?) Zukunft: wenn die Meute regiert und die Habgeier keinen ins Land lassen, den sie nicht brauchen: Europa ist in A, B, C und D geteilt. Aus den armen Zonen C und D dürfen die Menschen nur kommen, wenn sie Arbeitsverträge haben; zum Kloputzen und so. Sind sie unfähig, alt, krank – zurück mit ihnen! Mit Gewalt!

Die gebürtige St. Pöltnerin Eva Schörkhuber hat vor diesem Hintergrund einen anspruchsvollen Roman geschrieben. Hypnotisieren will sie uns mit ihrer mystischen, gegen Ende mythischen Erzählung. Nicht immer fühlt man sich von ihr mitgenommen, aber nachher ist man ziemlich mitgenommen.

Faschisten gegen "linke Ratten": In Wien wird noch gekämpft, eine Frau reist mit der Eisenbahn über die Grenze, um geheime Dokumente zu übergeben. Angst und Widerstand spielen die Hauptrollen.

Persönlicher Lieblingssatz, gesprochen in einem Altersheim: "Der Rotbuschtee schmeckt ohne Zähne am besten."


Eva Schörkhuber:
„Nachricht an den Großen Bären“
Edition Atelier.
200 Seiten.
20 Euro.

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?