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MAK-Skandal
11/02/2012

Aufgaben für die Zukunft

Restaurant-Abluft in Museumsräumen, Gratis-Events für die Politik: Die Empfehlungen im Rohbericht des Rechnungshofs zum MAK zeichnen ein Sittenbild.

von Georg Leyrer, Michael Huber

Allein die Anzahl an Empfehlungen, die der Rechnungshof in seinem dem KURIER vorliegenden Rohbericht dem Museum für Angewandte Kunst (MAK) abschließend unterbreitet, ist gewaltig: 81 (!) vom Rechnungshof gestellte Aufgaben warteten auf den Nachfolger Peter Noevers als Direktor, Christoph Thun-Hohenstein.

Ein Teil dieser Empfehlungen richtet sich auch ans Kulturministerium. Etwa, dass künftig der Vertrag eines MAK-Direktors nicht mehr ohne Ausschreibung verlängert werden soll, was im Falle Noevers mehrfach geschehen ist. Weiters schlägt der Rechnungshof dem Museum (und indirekt dem Ministerium) vor, "künftig Räumlichkeiten des MAK nur gegen Entgelt zu vermieten". Das war nicht immer der Fall. Einer der Nutznießer: das Kulturministerium unter Ministerin Claudia Schmied. Dieses durfte am 7. Mai 2010 eine Pressekonferenz ganz ohne Mietkosten absolvieren.

Schadgase

In Richtung MAK meint der RH: "Die Besucherzahlen wären richtig auszuweisen". Oder auch: Die Objekte des MAK wären vor Abluft aus dem hauseigenen Restaurant zu schützen. Denn der Rechnungshof stellte erschreckende Mängel im konservatorischen Umgang mit Sammlungsobjekten fest. In die Studiensammlung des MAK gelangte "die Abluft des Restaurants im MAK, dadurch lagerten sich Schadgase und Aerosole auf den Sammlungsobjekten ab", heißt es. Ebenfalls bedenklich: 47 Objekte der Sammlungen dienten als Ausstattung der Büros von Noever und einiger Mitarbeiter; – "die notwendigen konservatorischen Bedingungen waren dort nicht gegeben." Ebenso locker ging man mit manchen Behördenwegen um. So gab es für einige Ausstellungen 2007 und 2011 in der Dependance Arenbergpark keine gültige Betriebsbewilligung für Ausstellungen nach dem Wiener Veranstaltungsgesetz. Der Rechnungshof empfiehlt, trocken, "künftig Veranstaltungen (...) nur auf Basis erteilter Betriebsbewilligungen durchzuführen".

Ungerecht verteilt

Eine weiter Aufgabe des Rechnungshofes für das MAK: "Der Bedarf für Aus- und Fortbildungsaktivitäten wäre zu erheben." Die wurden zuletzt recht einseitig verteilt: Der allergrößte Teil, mehr als 90 Prozent der 9200 Euro Weiterbildungskosten pro Jahr ging in Direktion, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung. Ganze 142 Euro war dem MAK hingegen pro Jahr die Weiterbildung des gesamten wissenschaftlichen Personals wert. Auch der MAK-Shop soll besser kontrolliert werden – insbesondere die Entnahme von Shop-Waren für den Eigengebrauch von Mitarbeitern. Die entnahmen etwa 2007 642 Stück Shopartikel. In den Aufzeichnungen hatten diese einen Wert von 0 €.

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