ATV soll verkauft werden

ATV Salon-Privee
Foto: KURIER/Rainer Eckharter Will seinem Sohn kein "Danaergeschenk" machen - und daher ATV verkaufen: Herbert Kloiber

Herbert Kloiber bezeichnet ATV als seinen größten Fehler: "Verluste in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe gemacht“.

Der Filmhändler und Eigentümer der Tele-München-Gruppe, Herbert Kloiber, denkt in der deutschen Wirtschaftszeitung Handelsblatt laut über einen Ausstieg beim österreichischen Privatsender ATV nach. „ATV wird im Rahmen der Zukunftsplanung wohl nicht mehr Teil des Portfolios sein, das man seinem Nachfolger übergibt“, sagt er. Der Sender soll verkauft werden.

Vor eineinhalb Jahren hatte Kloiber in der APA Spekulationen über einen möglichen Verkauf von ATV noch zurückgewiesen: „Im Moment steht nichts zur Diskussion: weder für 50, noch für 35 Millionen, weder mit RTL, noch mit ProSieben“, so Kloiber damals. Nun bereut Kloiber im „Handelsblatt“ das Österreich-Engagement. „ATV war mein größter Fehler. Mit ATV habe ich bislang Verluste in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe gemacht“, so Kloiber, dem auch der deutsche Privatsender Tele 5 gehört und der außerdem an RTL 2 beteiligt ist .Der KURIER hatte Anfang Juli davon erfahren, dass die ProSiebenSat.1 Puls4-Gruppe den Sender evaluiere und dessen Chef Markus Breitenecker dazu befragt: "Das kann ich nicht bestätigen", sagte der damals.

Rückzug 2017

Kloiber will sich jedenfalls nächstes Jahr aus dem operativen Geschäft zurückziehen. „Zu meinem 70. Geburtstag am 6. Dezember 2017 will ich die Geschäftsführung der Tele-München-Gruppe an meinen Sohn übergeben, der vermutlich andere Akzente setzen wird. Deshalb werde ich mich bis zur Übergabe auch um eine Bereinigung unseres Portfolios kümmern“, sagte der Medienunternehmer. „Ich will meinem Sohn mit ATV kein Danaergeschenk machen.“

Bawag-Investments

ATV war 2003 der erste landesweit ausgestrahlte Privatsender in Österreich und gehört über die Tele-München Fernseh-GmbH & Co seit Anfang 2008 praktisch zur Gänze dem österreichischen Filmhändler. Davor war die damals noch der Gewerkschaft gehörende Bawag an dem Sender, der ursprünglich 1997 als regionaler Privatsender Wien 1 gestartet war, beteiligt. Von 1999 bis 2006 investierte die Bawag laut Medienberichten rund 125 Millionen Euro in den Sender, ohne je einen Euro Gewinn zu machen.

Hohe Forderungen

Bisherige Verkaufsgespräche Kloibers dürften dem Vernehmen nach an zu hohen Preisforderungen für ATV gescheitert sein. Beim nun endgültig anstehenden Verkauf seines Österreich-Senders setzt Kloiber auf sein Verhandlungsgeschick. „Eine meiner schönsten Geschichten war der Verkauf von Tele 5 an die Kirch-Gruppe für damals 180 Millionen Mark und die Veräußerung von TM3 an Rupert Murdoch für einen dreistelligen Millionenbetrag“, so Kloiber im Handelsblatt.

(APA / trenk) Erstellt am
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